Genfer Salon Schau der Extreme
Auch VW-Chef Bernd Pischetsrieder und sein Vorgänger und jetziger VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piech - nebst Gattin und Sohnemann angereist - ergötzten sich an den Orchideen dieser Show. Zum Beispiel den Gefährten der holländischen Marke Spyker, außergewöhnlich unproportionierten Sportwagen mit Nieten-Optik und bärenstarken W12-Motoren aus dem Volkswagen-Konzern.
A propos bärenstarke Triebwerke: Zuvor hatten die VW-Mannen dem Audi-Spektakel um die neue Vollgas-Limousine RS4 beigewohnt. Firmenchef Martin Winterkorn pries den extremen Motor dieses Wagens, ein 4,2-Liter-V8 mit 420 PS bei einer Höchstdrehzahl von 8250 Touren pro Minute. Winterkorn verwies noch kurz auf die Rekordzahlen des vergangenen Jahres und versprach, nachdem er mit dem RS4 auf die Bühne gefahren war: "Wir werden auch in diesem Jahr nicht vom Gas gehen."
Audi-Spektakel um neue Vollgas-Limousine
Auch vom anderen Extrem gibt es reichlich Schaustücke. Toyota, Citroen und Peugeot haben gemeinsam ein besonders kleines Auto entwickelt. Der Knirps steht unter den Namen Aygo, C1 und 107 auf allen drei Ständen im Mittelpunkt, allerdings in jeweils eigener Markenoptik. Die Kleinen strahlen eine große Anziehungskraft aus. Selbst Renault-Chef Louis Schweitzer (auf dem Beifahrerplatz) und sein oberster Gestalter Patrick le Quément (neben dem Auto stehend) begutachteten den Minimalismus der Konkurrenz.
Wenig später standen sie selbst im Scheinwerferlicht, um die Kleinwagenstudie Zoé zu präsentieren, ein Dreisitzer, der ebenfalls die individuelle Mobilität in Ballungszentren sicherstellen soll. Mit einem Auto wie dem Lamborghini "Concept S" jedenfalls wäre man im Stadtverkehr verloren. Die Studie der italienischen Extremmarke mit zwei getrennten, von winzigen Scheiben umrahmten Sitzplatzöffnungen ist eines jener Exponate auf der Messe, die keine Chance auf eine Serienproduktion haben. Vielmehr soll das in schimmerndem Weiß lackierte Gefährt Geschmack machen auf eine künftige Roadstervariante des Allradsportwagens Gallardo.
Auch auf den benachbarten Messeständen herrscht der automobile Ausnahmezustand. Die italienische Marke Covini zum Beispiel zeigt einen sechsrädrigen Sportwagen, bei dem mit den vier Vorderräder gelenkt wird - übrigens eine Konfiguration, die auch in der Formel 1 einmal auftauchte, aber ebenso schnell wieder verschwand. Der Covini C6W jedenfalls wird von einem 4,2-Liter-V8-Motor mit 400 PS angetrieben und soll in weniger als vier Sekunden von null auf Tempo 100 beschleunigen.
Es herrscht automobiler Ausnahmezustand
Ähnlich spektakulär sind die Daten des Bizzarrini GTS. Das Auto aus der Manufaktur in Livorno beherbergt einen vom deutschen Tuner Alpina entwickelten V8-Motor mit 4,4 Liter Hubraum, der 530 PS leistet und 750 Nm in eine Beschleunigung von 0 auf 100 in 3,9 Sekunden und ein Höchsttempo von mehr als 360 km/h umsetzt.
Zwischen all den Extremautos fallen jene Modelle kaum auf, die demnächst auf der Straße und vor Nachbars Garage für Aufsehen sorgen werden. Zum Beispiel der neue Seat Toledo, den die Spanier zwar offiziell noch Prototyp nennen, der sich aber, so eine Seat-Sprecherin, bis zum Serienanlauf "kaum noch verändern wird". Auch der knallblau lackierte Opel Zafira OPC ist so ein alltagstauglicher Hingucker, ebenso wie der VW Passat oder der optisch sehr gelungene Saab 9-3 Sportkombi.