Gerüchte über Triumph-Comeback Der dritte Brite, bitte
Im Vereinigten Königreich hat die Nachricht eingeschlagen wie eine Bombe: "Triumph kommt zurück", texteten die PS-Gazetten auf ihren Internetseiten und träumten bereits von der Wiederkehr der legendären Roadster. Zwar waren Autos wie Spitfire oder TR6 nie wirklich zuverlässig, und sie bequem zu nennen, wäre eine charmante Übertreibung. Doch zu Zeiten, als bei Mazda noch niemand an den MX-5 dachte und der Mercedes SLK noch in den Sternen stand, hielten die Briten eine Fahrzeuggattung am Leben, die heute auf der Wunschliste vieler Autofahrer wieder ganz oben steht. Und wenn schon nicht leicht zu fahren, so waren sie doch zumindest schön anzuschauen.
Geholfen hat das dem 1885 von Deutschen in England als Fahrradfabrik gegründeten Unternehmen, das 1923 sein erstes Auto verkaufte, allerdings nicht. Mit dem Niedergang der britischen Automobilindustrie war 1984 auch das Ende der Marke Triumph besiegelt. Trotzdem erfreuen sich die Roadster auch in Deutschland bei Klassikerfans großer Beliebtheit. Kein sonniger Sonntag vergeht, an dem nicht in fast jeder Stadt irgendwann einmal ein offener Zweisitzer mit dem Union Jack am Heck über den Boulevard bummelt.
All diese Erinnerungen werden jetzt wieder wach. Das Fachblatt "Auto Express" will in München erfahren haben, dass BMW eine Wiedergeburt der Marke Triumph in Erwägung zieht. Dabei bezieht sich das Blatt auf die jüngste Strategierede von Konzernvorstand Norbert Reithofer, der Zuwachs nicht ausgeschlossen hat. "Die BMW Group hat alle Optionen für künftiges Wachstum untersucht, inklusive möglicher Übernahmen oder dem Aufbau einer vierten Marke", lautet der Satz, an dem nun die Hoffnungen hängen. Zwar machte Reithofer die Einschränkung, dass die neue Marke "perfekt" zum Konzern passen müsste. Dass dies auf Triumph zutrifft, ist für die Briten keine Frage.
Der Charme einer eigenen Roadster-Marke
Denn neben dem BMW Z4 wäre allemal genügend Platz für einen kleinen, feinen und gerne auch teuren Sportwagen mit freiem Blick zum Himmel. Dieses Modell könnte auf der einen Seite gegen Lifestyle-Autos wie den Mazda MX-5 und auf der anderen Seite gegen kompromisslose Sportler wie den kommenden KTM X-Bow antreten.
Dazu zeigt "Auto Express" die Computerretusche eines neuen Roadsters , der sich wie der Mini ganz am klassischen Vorbild orientiert und im Stil der Sechziger daherkommt. Die Front ist geprägt von großen, kugelrunden Scheinwerfern neben einem breiten Kühlergrill, an die sich eine stark geschwungene Motorhaube und eine flache Windschutzscheibe anschließen. Die Flanke ist glatt und schnörkellos, und das Heck lebt von zwei breiten Höckern hinter den Sitzen sowie den hochgestellten Rückleuchten. Wem das bekannt vorkommt, der muss gar nicht bis in die Triumph-Geschichte zurückblättern eine Kollage aus Toyota MR-2 und Opel GT reicht zur Auffrischung des Erinnerungsschatzes aus.
In den Augen vieler Experten hätte eine eigene Marke für einen kleinen Roadster durchaus mehr Charme, als dieses Auto zum Beispiel als BMW Z2 zu verkaufen. Denn erstens würde man damit auch die Mini-Kunden wohl leichter erreichen. Und zweitens könnte BMW bei Triumph beispielsweise gefahrlos mit neuen Materialien - etwa für den extremen Leichtbau - experimentieren, bevor sie damit in die Großserie gehen, heißt es bei "Auto Express".
Kein Kommentar von BMW
Wie viel Wahrheitsgehalt in diesem Gerücht steckt, ist schwer abzuschätzen. Und auch von BMW ist dazu nichts zu erfahren. "Solche Spekulationen werden von uns grundsätzlich nicht kommentiert", sagt Sprecher Dirk Arnold. Aus Unternehmenskreisen allerdings hört man in München, dass bei dieser Meldung der Briten wohl eher der Wunsch der Vater des Gedankens ist. Doch zumindest theoretisch ist das Comeback durchaus möglich. Denn die Markenrechte liegen seit 1994 noch immer bei den Bayern.
Und dass unter dem gleichen Namen auch Motorräder produziert werden, wäre kein Hindernis. Die Marken für Fahrzeuge mit zwei und vier Rädern seien getrennt, zitiert "Auto Express" einen Sprecher des Motorradunternehmens, der das mögliche Ansinnen von BMW gelassen sieht. Sie hätten damit nichts zu tun und würden entsprechende Vorstellungen deshalb auch nicht kommentieren. Selbst falls es mit der Wiedergeburt von Triumph nicht klappen sollte, gibt es für die Fans der "offenen Zweierbeziehung" nach britischem Muster zumindest einen kleinen Trost. Und der kommt ausgerechnet aus China. Dort feiert nämlich gerade der MG TF seine Auferstehung.