Geschwindigkeitskontrollen Bundesweiter Blitz-Marathon geplant
Polizeikontrolle: Im Oktober ist ein bundesweiter Blitz-Marathon geplant
Foto: Jens Wolf/ picture-alliance/ dpaHannover - Runter vom Gas: Raser auf deutschen Straßen müssen sich auf einen ersten bundesweiten Blitz-Marathon mit Tempo-Kontrollen in sämtlichen Bundesländern gefasst machen. Eine solche Aktion vereinbarten die Innenminister von Bund und Ländern am Freitag in Hannover. "Um die Verkehrssicherheit zu stärken, soll ein gemeinsamer länderübergreifender 24-Stunden-Blitz-Marathon durchgeführt werden", kündigte Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) an. Die Radarfallen sollen voraussichtlich am 10. und 11. Oktober in Position gebracht werden.
Im vergangenen Herbst waren bei gemeinsamen Kontrollen in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen rund 30.000 Raser geblitzt worden. Bei der Aktion haben über 4000 Polizisten mehr als 820.000 Fahrzeuge kontrolliert. Auch zuvor gab es vergleichbare Aktionen.
Nach Behördenangaben erhöhen die groß angelegten Verkehrskontrollen die Sicherheit auf den Straßen. Die Polizeigewerkschaft geht davon aus, dass eine Senkung des Geschwindigkeitsniveaus um zwei km/h die Zahl der Unfalltoten und Verletzten um bis zu 15 Prozent senken könnte. Das soll unter anderem mit angekündigten Verkehrskontrollen erreicht werden.
Der ADAC ist dennoch skeptisch. "Wir befürchten, dass sich der nachhaltige Erfolg in Grenzen halten wird", sagt Katharina Bauer, Pressesprecherin des Autoclubs. Sie rechnet damit, dass viele Autofahrer zwar während der Großkontrolle ordnungsgemäß unterwegs sind, aber danach wieder zu schnell fahren. Wichtiger sei es, das Bewusstsein der Fahrer zu ändern. Sie müssen über die Gefahren der erhöhten Geschwindigkeit informiert werden. Bei vielen sei das nicht der Fall.
Deshalb plädiert der ADAC für regelmäßige Kontrollen an Unfallschwerpunkten und vor Schulen. Außerdem sollten Temposünder nicht einfach nur geblitzt, sondern vor Ort durch die Polizei auf ihr Fehlverhalten aufmerksam gemacht werden. Das habe eine viel größere Wirkung als ein Bußgeldbescheid, der mehrere Wochen nach dem Delikt dem Fahrer zugestellt wird, sagt Bauer.