GM-Designzentrum: Optik made in Rüsselsheim - DER SPIEGEL
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GM-Designzentrum Optik made in Rüsselsheim

Bei General Motors setzt sich offenbar die Erkenntnis durch, dass auch ein global agierender Autokonzern auf regionale Eigenheiten Rücksicht nehmen sollte. Das gilt ganz besonders für das Design der Produkte, weshalb GM jetzt ein Europa-Designzentrum in Rüsselsheim eröffnen möchte.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

"Design ist ein wichtiges Element unserer Produktphilosophie und diesen zentralen Stellenwert werden wir mit der Einrichtung des neuen Zentrums noch klarer unterstreichen", proklamiert Carl-Peter Forster, der Europa-Chef des US-Autokonzerns. Der größte Autohersteller der Welt hat offenbar erkannt, dass er die schwere Krise nur dann meistern wird, wenn die einzelnen Marken wieder zu alter Stärke zurückfinden. Das aber funktioniert nur mit Produkten, die die regional höchst unterschiedlichen Erwartungen der Kunden erfüllen.

Die sehen in Europa völlig anders aus als in den USA oder in Fernost. Entsprechend wird GM im Januar 2006 ein neues europäisches Designzentrum in Rüsselsheim eröffnen, wo die Gestaltung der laufenden und künftigen Modellreihen für Europa entwickelt werden soll. "Damit verdeutlichen wir die außerordentliche Bedeutung, die Design für uns hat", sagt Bryan Nesbitt, GM-Chefdesigner in Europa.

Die neue Einrichtung in Rüsselsheim wird in die bereits bestehende Struktur integriert. Insgesamt wird GM dann über elf über den Globus verteilte Designzentren verfügen, die allesamt miteinander vernetzt sind. GM-Designchef Ed Welburn ist der Kopf dieses Verbundes. Er sagt über die neue Anlage in Rüsselsheim: "Sie wird uns helfen, unsere Bedeutung auf diesem Gebiet in Europa und weltweit in den kommenden Jahren zu sichern." Wobei vor allem für Europa gilt, dass General Motors - und in diesem Fall vor allem Opel - erst einmal verlorenes Terrain in Sachen Automobilgestaltung wieder aufholen muss.

Im Zuge einer größeren Regionalisierung des GM-Markenkonglomerats erhält auch die schwedische Marke Saab ein neues "Brand Center" am Firmensitz in Trollhättan. Dort sollen Ingenieure und Designer zusammenwirken, um die Identität der Marke zu retten. "Wir wollen sicherstellen, dass zukünftige Saab-Modelle die spezifischen Gene in sich tragen und besonders die Elemente betonen, mit denen Saab seit fast 60 Jahren gegen Mainstream antritt", erklärt Nesbitt. GM-Europachef Forster fragt rhetorisch: "Was macht Saab einzigartig?" Eine Antwort darauf zu finden, so Forster weiter, sei "eine Hauptaufgabe des neuen Brand Centers". GM hätte das auch einfacher haben können: Vor 15 Jahren, als die Amerikaner Saab übernahmen, lief die Antwort auf die Frage nach der Einzigartigkeit noch von den Produktionsbändern in Trollhättan.