Zündschloss-Debakel GM räumt weitere Todesopfer ein
GM-Zentrale in Detroit: Konzern räumt weitere Todesopfer ein
Foto: DPADetroit - Der Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) räumt mindestens 19 Todesopfer wegen defekter Zündschlösser ein. Das sind sechs mehr als der US-Autobauer bislang genannt hatte. In diesen Fällen würden die Angehörigen eine finanzielle Wiedergutmachung erhalten, hieß es in einem veröffentlichten Zwischenbericht zu dem von GM eingerichteten Entschädigungsfonds.
Bei dem GM-Fonds für Verunglückte und ihre Angehörigen gingen dem Bericht zufolge bislang Forderungen für 125 Todes- und 320 Verletzungsfälle ein. In 31 Fällen seien die Entschädigungsansprüche bereits anerkannt worden, hieß es. Die meisten anderen Fälle würden noch geprüft. Verbraucherschützer schätzen die Zahl der Todesopfer auf mehr als 300.
General Motors musste seit Jahresbeginn 2,6 Millionen Autos aus den Jahren 2003 bis 2011 zurückrufen, weil die Zündschlösser während der Fahrt in die Aus-Position springen können. Dies kann dazu führen, dass neben dem Motor auch Airbags, Servolenkung und Bremskraftverstärker ausfallen.
Der Opel-Mutterkonzern hatte erst Ende Juli 400 Millionen Dollar für Entschädigungen zur Seite gelegt. Die benötigte Summe könne letztlich aber auf 600 Millionen Dollar ansteigen, teilte GM damals mit. Die Schätzungen seien mit großen Unsicherheiten behaftet.
"Weitere Todesfälle werden hinzukommen"
Die Familien der Todesopfer sollen eine Million Dollar erhalten, zudem eine Pauschale für entgangene zukünftige Einnahmen und jeweils 300.000 Dollar pro Ehepartner und Hinterbliebenem.
Kenneth Feinberg, der zuständige Anwalt des Konzerns, sagte dem US-Nachrichtensender CNN, dass bisher weniger als ein Dutzend Anträge abgelehnt worden seien. "Natürlich werden weitere zu entschädigende Todesfälle hinzukommen, wie viele - das ist pure Spekulation", so Feinberg weiter.
Ingenieure von General Motors hatten etwa ein Jahrzehnt lang Anzeichen für Mängel bei Millionen von Fahrzeugen ignoriert. Der Skandal hatte die GM-Chefin Mary Barra dazu veranlasst, Fahrzeuge des Konzerns systematisch auf Fehler hin zu untersuchen. Das führte zu einer bislang beispiellosen Serie an Rückrufen, die den Konzern Milliarden kostet. GM holte seit Jahresbeginn weltweit rund 30 Millionen Autos wegen verschiedener Mängel in die Werkstätten. Besonders betroffen ist der nordamerikanische Markt.