Grüne: Benzinsparen als Pflichtfach - DER SPIEGEL
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Grüne Benzinsparen als Pflichtfach

Autofreies Wochenende, Tempolimit, Abschaffung der Ökosteuer - Politiker aller Parteien tummeln sich auf dem Ideenmarkt des Bezinkostensparens. Die Grünen in Baden-Württemberg wollen die Autofahrer zu Pflichtkursen verdonnern.
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Hamburg - "Ich bin dafür, alle deutschen Autofahrer zu verpflichten, einen Kurs zum Sprit sparenden Autofahren zu belegen", zitiert die "Bild"-Zeitung den umwelt- und verkehrspolitischen Sprecher der Grünen in Baden-Württemberg, Boris Palmer. Dadurch könnten 15 Prozent Benzin gespart werden.

Eine gute Idee, meint auch das Umweltbundesamt. Abteilungsleiter Axel Friedrich schlägt jedoch vor: "Die Auto-Industrie sollte jedem Neuwagen einen Gutschein für so einen Kurs beilegen." Spätestens in zehn Jahren seien dann alle Fahrer geschult. Friedrich sagte der Zeitung: "Wer richtig Sprit sparend fährt, kommt 30 Prozent weiter, also mit einer Tankfüllung 650 Kilometer statt nur 500 Kilometer."

Weniger begeistert zeigte sich die Bundesregierung jedoch am Wochenende von einem erneuten Vorstoß des Umweltausschusses im Bundestag zum Thema Tempolimit. Der Vorsitzende Ernst Ulrich von Weizsäcker (SPD), sagte der "Bild am Sonntag": "Ich halte eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Autobahnen von 130 km/h auch in Deutschland für sinnvoll. Andere Länder machen vor, dass es funktioniert."

Verkehrsminister Manfred Stolpe (SPD) bezeichnete die Äußerungen am Sonntag als "nicht sinnvoll" und erteilte den Forderungen eine klare Absage. Regierungssprecher Bela Anda sagte am Montag in Berlin, die Forderung habe "nichts mit der Realität zu tun". Die Debatte komme immer wieder im Sommer und vor Wahlen hoch. "Es ist für die Bundesregierung kein Thema", stellte Anda klar.