GTI-Flip-Flops: Für den luftigen Bleifuß - DER SPIEGEL
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GTI-Flip-Flops Für den luftigen Bleifuß

Vom Strampelanzug bis zur Daunenjacke, vom Feuerzeug bis zum Portemonnaie: Wer als Autohersteller etwas auf sich hält, erschafft um seine Blechkisten herum heutzutage eine Merchandise-Welt. Neuerdings gibt es sogar spezielle Badelatschen für den übermotorisierten Golf-Piloten.
Von Gesa Rathke
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Ob auf dem Golfplatz oder in der Stammkneipe - wer sein Auto und vor allem seine Automarke liebt, hat vielfältige Gelegenheiten, dies durch seine Kleidung, seine Uhr, seinen Kugelschreiber oder andere Utensilien auszudrücken. All die gibt es inzwischen in den Marken-Shops der Hersteller. Schwierig wurde es bislang immer dann, wenn man beispielsweise am Strand oder im Freibad sein Automarkenbekenntnis dokumentieren wollte. Außer ein paar Badetüchern mit VW-, Opel- oder BMW-Logo gab es da nichts. Das wird nun anders.

Denn in der GTI-Kollektion von VW gibt es jetzt erstmals Badelatschen. Die rot-schwarzen Flip-Flops sind zwar nicht besonders hübsch, aber sie hinterlassen Spuren im Sand. Mit jedem Schritt drückt die Gummisohle ein Wabenmuster in den Untergrund.

Kenner wird dieser Fußabdruck an die typische Gitterstruktur im Kühlergrill des VW Golf GTI erinnern - und genau das ist ja auch der Sinn. Damit es auch weniger Kundige kapieren, ist auf der Oberseite der 13 Euro teuren Sandale der GTI-Schriftzug zu sehen. So dürfte nach einem Tag am Strand jeder im Umkreis des Flip-Flop-Trägers erkannt haben, welches Auto auf dem Parkplatz auf den stolzen Besitzer wartet.

Doch nicht nur Volkswagen hat das Thema für sich entdeckt. Auch Mini bietet für 22 Euro den optimalen Fuß-Begleiter für den Sommer an. Die Flip-Flops mit angeblich "anatomisch geformtem Fußbett" sind schlicht schwarz gehalten. Lediglich ein kleines Markenlogo auf der Oberseite des Kunstlederriemens weist auf den Fahruntersatz des Sandalenträgers hin.

Wehe, wenn die Latschen rutschen

Doch so modisch und luftig die Latschen auch sind, beim Autofahren können sie sich negativ bemerkbar machen. Laut Gesetz muss der Führer eines Fahrzeuges jederzeit in der Lage sein, auf sein Auto einwirken zu können. Doch das ist beim Tragen der Gummitreter nicht immer sichergestellt. Zum einen, weil das Gefühl auf dem Pedal durch das dünne Gummi der Sohle ein anderes ist als mit festem Schuhwerk. Und zum anderen, weil der Fahrer abrutschen und sich die Sandale unter den Pedalen verklemmen kann.

"Selbiges kann jedoch auch mit anderem ungeeigneten Schuhwerk passieren", sagt Maximilian Maurer vom ADAC. Die Sicherheitsfrage sei daher nicht, mit welchem Schuhwerk gefahren werde, sondern ob der Fahrer sein Fahrverhalten an die jeweilige Situation anpasst. So zum Beispiel durch einen größeren Abstand zum Vordermann oder durch eine Temporeduzierung.

Kein Flipflop-Verbot für Autofahrer

"Rechtmäßig verboten ist das Fahren mit Badelatschen nicht", erklärt Hamburgs Polizeisprecher Ralf Kunz. "Problematisch wird das Fahren mit Flip-Flops erst dann, wenn ein Unfall mit Schadenersatzansprüchen entsteht." In diesem Fall liege es im Ermessen der Versicherung, ob das Tragen von Badelatschen als grob fahrlässig eingestuft werde oder nicht.

Tatsächlich tritt dieser Fall bei der Huk-Coburg, wo SPIEGEL ONLINE nachfragte, jedoch nicht ein. Laut Huk-Sprecherin Karin Benning verzichtet die Versicherungsgesellschaft auf jegliche Einschränkungen des Versicherungsschutzes, wenn der Autofahrer Flip-Flops getragen hat und in einen Unfall verwickelt wurde.

Dass diese Aussage auf die komplette Versicherungslandschaft übertragbar ist, bestätigt die Sprecherin des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft GDV. "Grob fahrlässig ist ein Autofahrer nur dann, wenn er beispielsweise betrunken oder ohne Führerschein fährt, jedoch nicht beim bloßen Tragen von Latschen", erklärt Katrin Rüter de Escobar. "Ich selbst fahre mit Flip-Flops beispielsweise sicherer als mit Hackenschuhen."

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