Honda-Jubiläum: 40 Jahre Vollgas - DER SPIEGEL
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Honda-Jubiläum 40 Jahre Vollgas

Beim Grand Prix auf dem Nürburgring am 2. August 1964 trat die japanische Firma Honda zum ersten Mal in der Formel 1 auf. Wenn an diesem Sonntag die Startampel zum Großen Preis von Europa auf dem Eifelkurs auf Grün springt, feiert Honda sein 40. Jubiläum im Vollgaszirkus.
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John Surtees im Ferrari gewann damals die Jagd durch die grüne Hölle, er wurde 1964 auch Weltmeister. Honda-Pilot Ronnie Bucknum hingegen hatte keine andere Aufgabe als Rennkilometer und Rennerfahrung zu sammeln. Für Honda hatte das Abenteuer Formel 1 begonnen. Bereits in der darauffolgenden Saison, die Japaner traten bereits mit zwei Autos und den Fahrern Bucknum und Richie Ginther an, holte Ginther beim Grand Prix von Belgien seinen ersten WM-Punkt. Und im Oktober, beim Großen Preis von Mexiko raste er sogar als Erster über die Ziellinie. Es blieb Ginthers einziger Sieg in seiner Formel-1-Karriere, und außer für Honda war es auch der erste Grand-Prix-Erfolg für den Reifenhersteller Goodyear.

Die große Zeit der Honda-Triumphe waren die späten achtziger und frühen neunziger Jahre. Sechsmal in Folge gewannen die Japaner die Konstrukteurswertung, fünfmal hintereinander fuhr der Weltmeister in einem Wagen mit Honda-Motor. 1987 war es Nelson Piquet im Wiliams-Honda, 1988, 1990 und 1991 siegte Ayrton Senna im McLaren-Honda, 1989 war es sein Teamkollege Alain Prost.

Seit 2000 liefert Honda seine Motoren an das britische BAR-Team (Britisch American Racing). Die Truppe um den ehemaligen Weltmeister Jacques Villeneuve war lange als arrogant verschrien - zumal den großen Tönen im besten Falle dritte Plätze folgten. Seit dieser Saison hat sich jedoch das Bild gewandelt. Nach dem Abgang von Villeneuve prägen die jungen Fahrer Jenson Button und Takuma Sato sowie der in der Winterpause 2001 neu verpflichtete Teamchef David Richards den Auftritt von BAR-Honda, das unter Szenekennern inzwischen als sympathischstes Team der Vollgasbranche gilt.

Offenbar kehrt allmählich auch der Erfolg zurück. Das neue, von Cheftechniker Geoff Willis (ein Ex-Williams-BMW-Mann) entwickelte Auto gilt als konkurrenzfähig. Der Motor aus Hondas Technikzentrum in Utsunomiya ist stark, standfest und drehfreudig. Die Ingenieure trieben das Aggregat bereits auf mehr als 19.000 Umdrehungen pro Minute.

Beim letzten Rennen am vergangenen Wochenende in Monaco schied der hervorragend gestartete Sato zwar früh mit Motorschaden aus, doch Button raste am Ende auf Platz zwei und enterte damit bereits zum vierten Mal in dieser Saison das Podium. Am Nürburgring geht Honda zum seinem insgesamt 260. Grand Prix an den Start (zwischen 1993 und 1999 beteiligte sich Honda nicht an der Formel 1). Bislang sprangen dabei 74 Pole Positions und 71 Siege heraus. Eine Bilanz, die möglicherweise schon bald aufgehübscht wird.