Hyundai i30: Gib mir ein "i" - DER SPIEGEL
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Hyundai i30 Gib mir ein "i"

Richtig angekommen in Westeuropa sind chinesische Autos noch nicht, doch sie sorgen bereits für Bewegung bei den etablierten Importeuren. Allen voran versuchen die koreanischen Hersteller auf das nächst höhere Image-Level zu gelangen. Hyundai etwa mit dem neuen i30.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Auf dem Autosalon in Paris im vergangenen Herbst wurde der Wagen erstmals als Studie gezeigt. Damals trug er noch den schönen Namen Arnejs. Auf der AMI in Leipzig, die morgen ihre Tore für das Publikum öffnet, debütiert nun die Serienversion des Kompaktwagens, der inzwischen i30 heißt. "Das I", sagt Karl-Heinz Engels, Hyundai-Geschäftsführer in Deutschland, "steht für Werte wie Inspiration, Intelligenz und Innovation." Die 30 wiederum steht einfach nur für 30. Nach diesem Muster sollen künftig alle Hyundai-Modelle durchdekliniert werden. Vom künftigen Kleinwagen i10 bis zur großen Limousine i50.

Der i30 ist das Schwestermodell des noch exzentrischer benannten Cee'd der Schwestermarke Kia. Beide basieren auf der gleichen Technik, beide wurden im neuen europäischen Entwicklungszentrum des Konzerns in Rüsselsheim entwickelt, und beide werden in Europa gebaut. Der Kia in einem neuen Werk in der Slowakei, der i30 im von dort nur 60 Kilometer entfernten Nosovice in Tschechien. Die Koreaner konkurrieren damit nun auch untereinander in der ohnehin schon dicht gedrängten Kompaktklasse, in der sich alle Neuankömmlinge am Bestseller VW Golf messen lassen müssen.

Bis auf wenige Zentimeter im Golf-Format

Im Falle des i30 fällt ein erster, grober Vergleich recht positiv aus. Das fünftürige Schrägheckmodell ist mit 4,25 Meter Länge fünf Zentimeter länger als der Wolfsburger Platzhirsch, und auch der Radstand ist mit 2,65 Meter geringfügig länger (Golf: 2,58 Meter). Dennoch bleibt das Kofferraumvolumen des i30 mit einem Wert von 340 bis maximal 1250 Liter unter jenem des Golf (350 bis 1305 Liter). Allerdings wird Hyundai auch beim Preis, in dieser Klasse ein entscheidendes Kriterium, unter denen von VW bleiben – genaue Zahlen sind aber noch nicht verfügbar.

Im Spätsommer, vermutlich also im August, soll der i30 bei den deutschen Händlern antreten. Eine Kombi-Variante ist für Ende dieses Jahres geplant, und für 2008 , im ersten vollen Verkaufsjahr, kalkuliert Geschäftsführer Engels mit rund 20.000 Fahrzeugen vom Typ i30, die in Deutschland abgesetzt werden. Damit dies gelingt, bemühen sich die Koreaner, von vornherein eine gute Auswahl anzubieten. Je drei Benzin- und Dieselmotoren mit einem Leistungsspektrum von 90 bis 140 PS sind im Angebot, dazu drei Ausstattungsniveaus.

Frische Designlinie, aber kein Charaktertyp

Das Design des Autos, das unter der Regie von Thomas Bürkle, dem europäischen Designchef von Hyundai, entstand, ist erkennbar um Eigenständigkeit und eine klare Linie bemüht. Wo die beiden Modelle Accent und Elantra, die zuvor den Kompaktmarkt für Hyundai beackerten, aufgrund größtmöglicher Unscheinbarkeit im Verkehrsfluss praktisch untertauchten, dürfte dem i30 durchaus Aufmerksamkeit zuteil werden. Auch wenn die übertrieben großen Rückleuchten einen eher grotesken Eindruck hinterlassen.

Ansonsten aber sprechen Autotester, die bereits eine kurze Probefahrt mit dem i30 absolvieren konnten, von einem rundum ordentlichen Qualitätseindruck, einem europäisch-straff abgestimmten Fahrwerk und angenehm munter arbeitenden Motoren. "Hyundai ist im Aufbruch", sagt Geschäftsführer Engels, "weg vom Image eines Herstellers mit vorwiegend sehr günstigem Preis-Wert-Verhältnis und hin zu einer starken Marke mit technologischem Anspruch." Im Klartext: Der Platz des Billig-Anbieters wird geräumt, den sollen künftig chinesische Marken einnehmen. Wo Hyundai schließlich landen wird, dürfte auch wesentlich vom Erfolg des i30 abhängen.

jüp

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