IAA-Rückblick Crashtest-Dummies und verdeckte Missionen
Frankfurt/Main - Als großen Erfolg hat der Verband der Automobilindustrie (VDA) die diesjährige IAA in Frankfurt am Main gewertet. In qualitativer Hinsicht sei die Internationale Automobilausstellung 2005 die beste IAA gewesen "die wir je hatten", erklärte VDA-Chef Bernd Gottschalk zur Abschluss der Messe am Sonntag in Frankfurt am Main.
Sie sei "professioneller und internationaler" geworden und werde - "immer wichtiger für den Markt" - stets jünger. Das Durchschnittsalter der Besucher sei von 35 Jahre (2003) auf 33 Jahre gesunken, jeder neunte Messe-Interessent komme aus dem Ausland. Laut einer VDA-Umfrage plane jeder vierte IAA-Besucher, in den nächsten sechs Monaten ein neues Auto zu kaufen.
IAA in Bildern: Crashtest-Dummies und verdeckte Missionen
Die IAA 2005 habe gezeigt, dass die Deutsche Automobilindustrie auf dem besten Wege sei "konjunkturell wieder Boden unter die Füße zu kriegen". Es sei zwar noch nicht alles rosig, aber "das Potenzial für ein Durchstarten nach Jahren des Stillstands und der Stagnation auf dem Inlandsmarkt ist vorhanden", gab sich Gottschalk zuversichtlich. Nun sei es an der Politik, "mit klaren Richtungsentscheidungen, mit einem Kurs fortgesetzter Reformen, dieses Potenzial zu mobilisieren."
Fokus auf Zukunftslösungen
Insgesamt zählten die Organisatoren 940.000 IAA-Besucher - die zweithöchste Zahl in der Geschichte der Messe - "und sie hätte die Bestmarke ohne Wahlsonntag und verkaufsoffenen Sonntag in der Frankfurter City wohl getoppt", fügte Gottschalk hinzu. "Insgesamt wurden unsere hohen Erwartungen übertroffen, unsere Aussteller sind rundherum zufrieden." Vor zwei Jahren waren noch knapp eine Million Besucher zu der renommierten Autoausstellung gepilgert.
Auch das Ziel einer "psychologischen Trendumkehr" wurde nach Einschätzung Gottschalks erfüllt. Der Fokus habe auf Zukunftslösungen wie Hybrid, Wasserstoff und anderen Zukunftstechnologien gelegen. Stärker als in den Jahren zuvor fragten die Messebesucher in diesem Jahr nicht nur nach PS-Zahl, Hubraum und Spitzengeschwindigkeit, sondern interessierten sich angesichts der steigenden Kraftstoffpreise auch für den Spritverbrauch und für alternative Antriebstechniken.
Kritiker hatten die Branche zu Messebeginn beschuldigt, auf der IAA nur spritfressende PS-Monster zu präsentieren - ein Vorwurf, den die Autobauer aber mit Hinweis auf spritsparende Modelle und alternativen Antriebstechniken gekontert haben.