Internet-Auto Audi schlägt BMW ein Schnippchen
Im Gegensatz zu Smart oder Golf eGeneration, die lediglich mit so genannten Palm oder Pocket PC ohne Verbindung zur Bordelektronik arbeiten, hat Audi mit seinem "Multi Media Interface" (MMI) ein neues, stark vereinfachtes Bedienkonzept für die automobile Oberklasse mit voll integriertem Internet-Anschluss auf HTML-Basis im Fahrzeug entwickelt. Das "Auto der Zukunft", wie die Ingolstädter bescheiden verkünden, soll im September auf der IAA in Frankfurt erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt werden.
Damit kommen die Ingolstädter - zumindest PR-mäßig - BMW zuvor, die für ihr neues 7er-Flaggschiff ein ganz ähnliches Konzept angekündigt haben. Hinter dem MMI-System verbirgt sich ein zentrales Bedienelement für fast alle Fahrzeugfunktionen im Auto. Es arbeitet mit einem einzigen Dreh-/Drückknopf und vier so genannten Softkeys in der Mittelkonsole, mit denen einzelne Funktionsbereiche wie "Entertainment", "Information", "Navigation" oder "Steuerung" aufgerufen werden können. Schon nach kurzer Eingewöhnungszeit lassen sich, so Audi, ohne Lektüre der Bedienungsanleitung über hundert Funktionen ansteuern. Dargestellt wird das Ganze auf einem Monitor im Armaturenbrett im ergonomisch günstigen Sichtbereich des Fahrers sowie noch einmal in der Cockpitanzeige zwischen Tacho und Drehzahlmesser.
Für den eigentlichen Zugang ins Internet hat Audi ein eigenes Online-Portal entwickelt, das zahlreiche Dienste und Informationen für das Auto "übersetzt" und an die Menüstruktur des Fahrzeugs anpasst. Zunächst bietet das Portal Informationen zur Mobilität mit einem Online-Reiseführer, Flugplänen und dem aktuellen Bahn-Fahrplan. Darüber hinaus enthält es einen Nachrichtenblock mit wichtigen Schlagzeilen, Sportergebnissen und Börsenkursen sowie ein Kommunikationsmodul mit E-Mailbox und Online-Kalender. Das ganze System kann auch vom heimischen PC konfiguriert werden und steht dann in jedem Fahrzeug, etwa auch einem Leihwagen, zur Verfügung.
Das MMI-System soll im kommenden Jahr in der nächsten Generation des Audi A8 zu haben sein. Preise für die einzelnen Komponenten und die Nutzung dieser Dienste stehen allerdings noch nicht fest. Um der rasanten Entwicklung im Bereich der Autoelektronik auch künftig nicht hinterher zu laufen, plant Audi noch in diesem Jahr seine Elektronikaktivitäten in einen neuen Tochterunternehmen zu bündeln. Die neue Gesellschaft Audi Electronics Venture GmbH soll am Stammsitz in Ingolstadt gegründet werden und über Kooperationen oder Beteiligungen mit Hochtechnologie-Unternehmen elektronische Neuerungen für die Autoproduktion erforschen und entwickeln.