iPhone als Bordcomputer: Was die Apps fürs Auto taugen - DER SPIEGEL
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iPhone als Bordcomputer Was die Apps fürs Auto taugen

Wer braucht da noch einen Bordcomputer? Für Apples iPhone gibt es Hunderte von Anwendungen für Autofahrer. In diesem Wust sind die Nützlichen nicht immer leicht zu finden. SPIEGEL ONLINE hat zehn Programme getestet und zeigt, ob sich die Installation lohnt.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

ADAC Maps

ADAC Maps

ADAC Maps

Foto: SPIEGEL ONLINE

Beschreibung: Wer mit dem Wagen in den Urlaub fahren will oder geschäftlich unterwegs ist, kann aktuelle Verkehrsnachrichten gut gebrauchen. Das Programm des Autoclubs informiert auf einer Karte mit Symbolen zum Beispiel über Staus und Baustellen. Tippt man mit dem Finger auf eines der Zeichen, erhält man detaillierte Informationen wie etwa die Länge des Staus oder der Baustelle.

Praktisch ist auch die Verkehrsfluss-Anzeige. Ist eine Autobahn auf dem Straßenplan rot unterlegt, geht es dort recht zäh voran. Der ADAC greift für die Statusermittlung auf anonymisierte Daten von rund 60.000 Berufskraftfahrern zurück, bis zum Jahresende sollen es 100.000 Melder sein.

Außerdem zeigt ADAC Maps auch Tankstellen, Raststätten und POIs (Points Of Interest) in der Umgebung an. Die aktuelle Position des Autofahrers bestimmt das Programm per GPS.

Preis: Für ADAC-Mitglieder kostenlos, ansonsten 14,99 Euro

V-Cockpit GPS

Fazit: Die Informationen sind nützlich, allerdings wäre ein integrierter Routenplaner praktisch - der soll im Herbst 2010 folgen. Für Nichtmitglieder ist die Anwendung zu teuer.

V-Cockpit GPS

V-Cockpit GPS

Foto: SPIEGEL ONLINE

Beschreibung: Dieses Programm stellt auf dem iPhone-Bildschirm ein virtuelles Cockpit dar. Die Aufmachung erinnert sehr an den Innenraum eines Flugzeugs, bietet aber auch für Autofahrer interessante Funktionen. Mit Hilfe von Beschleunigungssensoren und GPS informiert V-Cockpit zum Beispiel über Geschwindigkeit, Höhe und die auf den Fahrer einwirkenden G-Kräfte. Wer ein iPhone 3GS besitzt, kann sich auch einen Kompass anzeigen lassen.

Besonders originell ist das zuschaltbare Head-up-Display. Die Informationen - zum Beispiel Geschwindigkeit und Uhrzeit - können spiegelverkehrt auf dem Bildschirm angezeigt werden.

Legt man das iPhone unter die Windschutzscheibe des Autos, reflektiert das Fenster die Anzeige des Bildschirms - so etwas gibt es normalerweise nur in Luxuslimousinen wie dem BMW 7er. Allerdings funktioniert das nur bedingt - bei Tageslicht ist absolut nichts zu erkennen.

Der Clou: Wem die Textfarbe des Head-up-Displays nicht gefällt, streicht einfach mit dem Finger über den Bildschirm, und die Kolorierung ändert sich.

Preis: 1,59 Euro

RadAlert

Fazit: Sehr nette Spielerei in hübscher Aufmachung. Von der Anzeige der Beschleunigungskräfte und Geschwindigkeit abgesehen, gibt es freilich kaum einen realen Nutzwert.

RadAlert

RadAlert

Foto: SPIEGEL ONLINE

Beschreibung: Das Programm des Pkw-Vermieters Sixt warnt Autofahrer vor Blitzern - egal ob es sich um fest installierte oder mobile Radarstationen handelt. RadAlert zeigt sie entweder als Liste oder auf einer Karte an.

Der Benutzer kann die Entfernung zur Radarfalle einstellen, bei der er akustisch oder per Vibrationssignal informiert werden möchte. Wer sich registriert, kann selber Radarfallen melden. Außerdem kann jeder angemeldete Nutzer die Blitzer auf der Karte bestätigen oder als falsch melden.

Preis: Kostenlos

Bußgeldrechner 2010 - Deutschland & Europa

Fazit: RadAlert lebt von der Community, die Starenkästen meldet. Das ist mutmaßlich auch die größte Schwachstelle des Programms.

Bußgeldrechner 2010

Bußgeldrechner 2010

Foto: SPIEGEL ONLINE

Beschreibung: Wer mit zu hoher Geschwindigkeit geblitzt wurde oder ein Ticket wegen Falschparken an seinem Fenster findet, möchte meist schnell wissen, welche Strafe ihn erwartet. Hier hilft der Bußgeldrechner 2010. Egal ob Tempoüberschreitung, Alkoholdelikt oder falsches Parken, das Programm errechnet die Höhe des mögliche Verwarnungs- oder Bußgelds.

Außerdem informiert die App über eventuelle Fahrverbote und die Anzahl der Punkte, die in der Flensburger Verkehrssünderkartei registriert werden. So detailliert sind allerdings nur die Strafen in Deutschland aufgeführt, für 35 weitere europäische Länder werden lediglich die Mindeststrafen für ausgewählte Vergehen genannt.

Preis: 0,79 Euro

Führerschein 2009/2010

Fazit: Der Bußgeldrechner ist ein informatives Programm mit schicker Optik und intuitiver Bedienung. Der Vergleich einiger Angaben der App mit dem aktuell gültigen Bußgeldkatalog hat keine Abweichungen ergeben.

Führerschein 2010

Führerschein 2010

Foto: SPIEGEL ONLINE

Beschreibung: In der theoretischen Führerscheinprüfung durchzufallen ist ärgerlich, denn die Vorbereitung darauf ist reine Fleißarbeit. Dabei hilft die App Führerschein 2009/2010. Das Programm umfasst sämtliche Führerscheinklassen und enthält alle Prüfungsfragen.

Die Oberfläche mit dem gelben Hintergrund erinnert an die amtlichen Bögen der regulären Prüfung. Hat man alle Fragen einer Klasse durchgearbeitet, erhält man eine prozentuale Angabe der richtigen Antworten und der Test beginnt von vorn.

Preis: 9,99 Euro

Kfz-Steuer X2

Fazit: Gute, aber recht teure Vorbereitung auf die theoretische Prüfung. Beim ersten Start legt man eine Führerscheinklasse fest. Das ist lästig, denn die kann danach nur in den Einstellungen des iPhones geändert werden und nicht in der Applikation selbst.

KFZ Steuer X2

KFZ Steuer X2

Foto: SPIEGEL ONLINE

Beschreibung: Der Name ist Programm - Wer wissen möchte, wie viel Steuern für ein Auto zu bezahlen sind, sollte diese App ausprobieren. Dafür werden für Fahrzeuge mit einer Erstzulassung ab 1. Juli 2009 Angaben zum Hubraum und CO2-Ausstoß benötigt.

Bei älteren Autos braucht man statt der Höhe des Kohlendioxidausstoßes die letzten zwei Ziffern der im Fahrzeugschein angegebenen Schlüsselnummer. Das Programm errechnet aus den Angaben recht schnell die Höhe der zu zahlenden Kfz-Steuer.

Preis: 0,79 Euro

Take me to my car

Fazit: Informatives und sehr schnelles Programm mit intuitiver Bedienoberfläche.

Take me to my car

Take me to my car

Foto: SPIEGEL ONLINE

Beschreibung: Wer kennt das nicht - in einem Wohngebiet ist man auf der Suche nach einem Parkplatz und dreht immer größere Runden, bis man endlich eine passende Lücke findet. Am nächsten Morgen steht man vor der Tür und kann sich nicht erinnern, wo man sein Gefährt abgestellt hat.

Hier hilft die App Take me to my car. Auf Knopfdruck speichert sie die Position des geparkten Fahrzeugs über GPS. Um das Auto später wiederzufinden, öffnet die App Google Maps. Dort wird dann der Fußweg zum abgestellten Wagen angezeigt.

Preis: Kostenlos

TankPro

Fazit: Take me to my car ist eine fast perfekte Anwendung. Das Speichern und Finden der Parkposition ist denkbar einfach und auch der Programmwechsel zu Google Maps stört nicht. Die App liegt zwar nur in Englisch vor, doch das ist bei drei Buttons kein Problem.

TankPro

TankPro

Foto: SPIEGEL ONLINE

Beschreibung: Wer die laufenden Kosten seines Wagens kontrollieren möchte, sollte TankPro installieren. Das Programm dokumentiert zum Beispiel den Spritverbrauch. Dazu muss man angeben, wie viel getankt und was dafür gezahlt wurde. Die ausgewerteten Daten stellt TankPro in einer umfangreichen Statistik dar.

Sie gibt etwa Auskunft über die gefahrene Strecke pro Jahr, Tankkosten und die Kosten pro Kilometer. Hierbei werden auch andere Ausgaben wie zum Beispiel Reparaturen berücksichtigt, sofern man sie im Programm angibt.

Preis: 2,99 Euro

Fazit: TankPro ist ein umfangreiches Programm, das zahlreiche Parameter auch für mehrere Autos erfasst. Die Auswertung ist informativ und optisch recht schick gestaltet.

Kennzeichen-Finder

Kennzeichen

Kennzeichen

Foto: SPIEGEL ONLINE

Beschreibung: Auf langen Fahrten in den Urlaub hat es wohl jeder schon mal gespielt: Kennzeichen raten. Praktische Unterstützung erhält die rätselnde Reisegruppe durch die App Kennzeichen.

Einfach die Buchstabenkombination eingeben und das Programm gibt Auskunft, in welchem Landkreis das fragliche Auto zugelassen ist. Außerdem liefert die App über 500 lustige Kennzeichendeutungen.

Preis: Kostenlos

Skobbler

Fazit: Dieses kleine Programm ist schnell und schick. Der Landkreis wird mit dem entsprechenden Wappen angezeigt. Nett sind die Kennzeichendeutungen.

Skobbler

Skobbler

Foto: SPIEGEL ONLINE

Beschreibung: Das derzeit vielleicht interessanteste Projekt im Bereich mobiler Navigation ist Skobbler. Das Unternehmen - ursprünglich als Projekt des Navi-Herstellers Navigon gestartet - setzt auf Open Street Map, eine Art Wikipedia für digitale Karten. Auch deshalb ist Skobbler im Vergleich zu anderen Navigationsprogrammen recht günstig. Leider läuft die App noch nicht besonders stabil.

Skobbler weist den Weg zum Ziel mit einer markierten Route auf der Karte und gibt Sprachhinweise, wenn der Autofahrer zum Beispiel an einer Ampel abbiegen muss. Die Geo-Daten zur Erstellung der Karten liefern die User. Sollten auf der Map falsche Informationen enthalten oder die Routenführung nicht korrekt sein, kann der Skobbler-Nutzer die melden.

Preis: Zur Zeit 2,99 Euro

Fazit: Sehr günstiges Navigationsprogramm mit ausreichendem Funktionsumfang. Um einen Einsatz auf längeren Fahrten zu gewährleisten ist ein Aufladen über den Zigarettenanzünder des Autos sinnvoll. Die Stabilität des Programms sollten die Entwickler allerdings schnell verbessern.