J.D.Power-Report 2003: Nicht ohne einen Toyota - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

J.D.Power-Report 2003 Nicht ohne einen Toyota

In den Pannenstatistiken und TÜV-Reports belegen die japanischen Hersteller alljährlich die vordersten Plätze. Und auch bei den Käufern stehen sie ganz hoch im Kurs, wie der J.D.Power-Zufriedenheitsreport 2003, der jetzt zum zweiten Mal in Deutschland erhoben wurde, bestätigt.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die zufriedensten deutschen Autofahrer sitzen in Toyota-Fahrzeugen. Keine andere Marke erfüllt die Erwartungen ihrer Kunden so gut wie der größte japanische Hersteller - und zwar durchgängig. Ob Kleinwagen Yaris, der kompakte Corolla, der Mittelklässler Avensis, der Geländewagen RAV-4 oder der Sportwagen Celica. In jeder Fahrzeugklasse, in der ein Toyota vertreten ist, schneidet er besser ab als die Konkurrenz. Das Celica-Coupé ist sogar der Gesamtsieger aller 115 bewerteten Autos. Folglich liegen die Japaner auch in der Markenwertung unangefochten an der Spitze.

Auf Platz zwei folgt Mazda, die vier von fünf bewerteten Modellen jeweils unter die ersten drei ihrer Klasse fahren konnten. Und immerhin, auch ein deutscher Hersteller konnte in die japanische Phalanx eindringen. BMW schaffte es mit einem dritten Rang diesmal aufs Treppchen. In der Kategorie Sympathie liegen die Münchener sogar vor allen anderen Marken.

Auch der Mercedes E-Klasse gelang es, in die Top Ten vorzudringen. Allerdings erfüllen nicht alle Modelle der Schwaben die Erwartungen so gut: Die V-Klasse markiert das Schlusslicht der Gesamttabelle. Und der Konzern-Kleinwagen Smart rangiert nur wenig darüber. Abgerutscht sind auch die meisten VW-Modelle: Keine Baureihe der Wolfsburger findet sich mehr in der vorderen Tabellenhälfte. Eine genaue Auflistung der Einzelergebnisse und Gesamtübersichten findet sich in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "mot".

Die Qualitätsstudien des amerikanischen Marktforschungsunternehmen J. D. Power and Associates - so die komplette Bezeichnung - genießen in den USA mittlerweile einen Bekanntheitsgrad, der in Deutschland mit dem TÜV-Report oder der Stiftung Warentest vergleichbar ist. Als Grundlage für die zweite deutsche Studie dienten Erfahrungen aus rund 580 Millionen Kilometern, die 16.808 befragte Autofahrer zurückgelegt haben - das ergibt im Schnitt 34.500 Kilometer pro Fahrzeug. Es kamen nur Modelle in die Wertung, die zwischen dem 1. Januar 2000 und dem 31. Dezember 2001 erstmals zugelassen wurden. Das durchschnittliche Fahrzeugalter von 2,2 Jahren soll sicherstellen, dass die Fahrer genügend Erfahrungen mit ihren Autos gesammelt haben und Stärken und Schwächen im täglichen Umgang mit ihrem Fahrzeug benennen können.

Neben der subjektiven Einschätzung der Fahrzeugeigenschaften (Sympathie) fließen Qualität und Zuverlässigkeit des Wagens, die Unterhaltskosten sowie die Arbeit der Vertragswerkstätten in die Bewertung ein. Der Kundenzufriedenheits-Index, abgekürzt CSI (Customer Satisfaction Index), entsteht aus den Ergebnissen eines achtseitigen Fragebogens. Aus der Datenflut von 220 abgefragten Baureihen konnten für die Gesamtrangliste die Ergebnisse von insgesamt 115 Modellen berücksichtigt werden. Die übrigen Fahrzeugtypen gingen nicht in die Einzelwertung ein, weil von ihnen jeweils weniger als 50 ausgefüllte Fragebögen zur Auswertung vorlagen - unterhalb dieser Schwelle ist der Einfluss von Einzelmeinungen zu groß. Aus diesem Grund fehlen in erster Linie solche Modelle, die nur in sehr geringen Stückzahlen verkauft wurden - wie beispielsweise der Vorjahresgesamtsieger Lexus IS. Für die Markenwertung wurden diese Baureihen jedoch berücksichtigt. Hier liegt die zu Grunde gelegte Schwelle bei mindestens 100 Fahrzeugen pro Marke - weshalb Land Rover, Porsche und Saab dieses Jahr aus der Wertung gefallen sind.

Für die Platzierung ist am Ende allein entscheidend, in welchem Maß das betreffende Auto die Erwartungen des Käufers erfüllt. Ob das Modell 10.000 oder 50.000 Euro kostet, ob es sich um einen Kleinwagen oder eine Luxuslimousine handelt, spielt unter diesen Umständen keine Rolle.