Kfz-Versicherung: Sparen beim Autokauf - DER SPIEGEL
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Kfz-Versicherung Sparen beim Autokauf

Der Kauf eines neuen Autos berechtigt auch zum Wechsel der Kfz-Versicherung und ermöglicht damit häufig eine hohe Einsparung. Viele Autofahrer aber bleiben treu und zahlen zu viel, ergab jetzt eine Studie.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Der Kauf eines neuen Autos kostet nicht nur Geld und Nerven, er kann auch beim Sparen helfen. Möglich machen das die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Kfz-Versicherer, die ihren Kunden beim Wechsel des Fahrzeugs auch die Chance zum Wechsel der Versicherung einräumen. Allerdings machen von dieser Möglichkeit nach einer Untersuchung im Auftrag der Direct Line Versicherung nur wenige Autofahrer Gebrauch: Mehr als die Hälfte aller deutschen Autokäufer entscheidet sich für ihre alte Versicherung, ohne ein vorheriges Vergleichsangebot einzuholen.

So hat die Versicherung ermittelt, dass 38 Prozent der Autobesitzer in den vergangenen zwei Jahren einen neuen Pkw gekauft haben. Bei ihrer Versicherung sind diejenigen, die sich für ein neues Auto entschieden haben, dagegen wenig wechselfreudig: Knapp drei Viertel vertrauen ihrer bisherigen Kfz-Versicherung und schließen dort auch einen Vertrag für ihren neuen Wagen ab. 57 Prozent der Autokäufer tun dies sogar, ohne vorher Vergleichsangebote bei anderen Anbietern einzuholen, hat die repräsentative Befragung von 1000 Fahrzeugbesitzern zwischen 26 und 60 Jahren ergeben.

Das Sparpotential beziffern Experten je nach Fahrzeugmodell, Versicherungsumfang und Tarifgestaltung schnell mit ein paar hundert Euro im Jahr. Und wer vom teuersten zum günstigsten Anbieter kommt, kann mitunter sogar vierstellig sparen. Deshalb rät eine Sprecherin des Autoversicherers Direct Line dringend: "Beim Autokauf sollte man nicht auf einen Versicherungsvergleich zwischen den einzelnen Anbietern verzichten. Man sollte überprüfen, ob man nicht zu viel Prämie zahlt." Dabei sollte der Autokäufer aber neben günstigen Beitragssätzen immer auch die Serviceleistungen beachten.

Auch ohne den Kauf eines neuen Autos kann man natürlich die Versicherung wechseln und einen neuen Partner suchen - meist allerdings nur zum Jahresende. Dann muss die Kündigung spätestens einen Monat vor Ablauf des Geschäftsjahres, also am 30. November, im Briefkasten liegen. Außerdem kann man den Tarif immer dann wechseln, wenn die Versicherung etwa wegen einer neuen Typ- oder Regionalklasseneinstufung die Tarife erhöht. Auch dann gilt die Kündigungsfrist von vier Wochen nach Erhalt der Informationen zur Preiserhöhung. Weniger bekannt ist, dass bei all diesen Anlässen mit denselben Fristen aber auch die Versicherung ihrem Kunden kündigen kann.

Einheitliche Muster für besonders lohnenswerte Wechseltypen oder Fahrzeuge, die überall den gleichen Tarif haben, gibt es nach Einschätzung von Experten nicht. Zwar sind die Einsparpotentiale bei teureren Fahrzeugen wegen der insgesamt höheren Prämien absolut betrachtet natürlich größer. Doch die Vielfalt von mehreren tausend Fahrzeugmodellen und die zahlreichen Tarifvarianten der über hundert Kfz-Versicherer in Deutschland bieten genügend Beispiele, bei denen - prozentual betrachtet - auch Kleinwagenfahrer kräftig profitieren. Im Mittel schätzen Experten die Preisvorteile durch einen gründlichen Vergleich auf rund 25 Prozent.

Allerdings ist beim Wechseln Vorsicht geboten. So rät zum Beispiel der ADAC grundsätzlich zum genauen Studium der Unterlagen auf Papier, bevor man einen Vertrag real oder virtuell im Internet unterschreibt. Denn im Kleingedruckten finden sich oftmals Bedingungen, mit denen sich so manche Police als Mogelpackung entpuppt. Was schließlich nützt einem der günstigste Monatstarif, wenn man schon bei einem kleinen Parkrempler um drei oder vier Klassen heraufgestuft und dann umso stärker zur Kasse gebeten wird.