Kindersitze Michelin nimmt Todesschale aus dem Programm
München - Die Modelle "Eitel Plastic Luftikid", "Kids im Sitz Ferrari Teko" und "IWH Trade Max Vario Max" erfüllten beim Seitenaufprall ihr Soll nicht. Negativ fiel auch der "Cockpit" von Michelin auf, der als einziger ausschließlich im Frontcrash versagte. Der ADAC kritisiert, dass noch immer Kindersitze angeboten würden, die den anspruchsvollen Prüfkriterien nicht standhielten.
"Eltern und Verantwortliche sollten sich nicht ausschließlich an Preisen orientieren", empfiehlt ADAC-Sprecher Maximilian Maurer. Inzwischen hat Michelin seinen Sitz aus dem Verkauf genommen. Kunden, die ihn bereits gekauft haben, können ihn beim Händler zurückgeben. Zusätzlich hat Michelin eine Kundenhotline eingerichtet (01802/111180).
Der Kindersitztest zeigt allerdings auch beruhigende Ergebnisse. Danach ist es am einfachsten, einen wirklich brauchbaren Sitz für die ganz Kleinen bis zu einem Alter von 18 Monaten zu finden. Hier ist mit dem "Römer Baby-Safe Isofix plus" ein Produkt auf dem Markt, das mit einem Doppelplus sowohl bei der Sicherheit als auch bei der Bedienung belohnt wird - ADAC-Urteil: "sehr gut".
Kritik an europäischer Kindersitznorm
Kaum schlechter abgeschnitten hat der "Jané Strata", der bei der Sicherheit ein Doppelplus erhält und insgesamt mit "gut" abschneidet. Für die größeren Kinder gibt es ebenfalls sichere Sitzgelegenheiten. Die Hälfte aller Testkandidaten erhielt die zweitbeste Beurteilung im Test, ein "gut". Neunmal schafften die Testkandidaten die Note "befriedigend", was meist auf Schwächen bei der Sicherheit zurückzuführen ist.
Kritisiert wird vom ADAC, dass für die 2005 überarbeitete Norm (ECE-R44), nach der Kindersitze zugelassen werden, noch immer kein Seitenaufpralltest vorgeschrieben wird. "Da das Verletzungsrisiko beim seitlichen Anprall mindestens genau so hoch ist wie bei Frontalunfällen, fordern die europäischen Automobilclubs seit Jahren eine Verbesserung des Seitenaufprallschutzes", betont ADAC-Sprecher Maurer. Allerdings: "Viele Markensitzhersteller haben die Wichtigkeit dieser Forderung erkannt und verbessern ihre Kindersitze ohne gesetzlichen Zwang konsequent in diese Richtung."
Im Zusammenhang mit dem Kindersitztest weist Maurer noch einmal darauf hin, dass seit April 2008 ältere Kindersitze, die nur der Norm ECE-R44/01 oder 02 entsprechen, nicht mehr eingesetzt werden dürfen. Diese Sitze - die in der Regel älter sind als zwölf Jahre - entsprechen nicht mehr den neuesten Sicherheitsstandards, auch wenn sie optisch noch in gutem Zustand sind. Kinder, die damit befördert werden, gelten als nicht gesichert, was bei Kontrollen zu einem Bußgeld führen kann.
hil/ddp