Klau-Hitliste: Langfingers Liebling - DER SPIEGEL
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Klau-Hitliste Langfingers Liebling

Auto des Jahres, Marken-Index - gut und schön. Welche Fahrzeuge wirklich Begehrlichkeiten wecken, zeigt schonungslos die jährliche Statistik des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV): Audis führen mit großem Abstand in der Klau-Hitliste.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 61.062 Kraftfahrzeuge, davon 37.549 Pkw, gestohlen. Das sind 7,2 Prozent weniger als im Jahr davor (Pkw: - 11,8 Prozent). Die Klaurate bei Pkw, die rund 82 Prozent aller kaskoversicherter Fahrzeuge ausmachen, sank auf 1,2 gestohlene pro tausend versicherter Fahrzeuge. Vor sieben Jahren war sie noch dreimal so hoch. Insgesamt ersetzten die Versicherungen ihren Kunden 307 Millionen Euro für gestohlene Pkw. Das sind 2,7 Prozent weniger als im Jahr zuvor.

Vor allem weiter im Klau-Trend sind Geländewagen. Hier nehmen die Diebe alles, was sie kriegen können: Neben Toyota auch Isuzu, Ssangyong, BMW, Mercedes und Nissan. Nur keine Subaru - obwohl allradgetrieben liegt die Diebstahlrate hier bei 0,2 von 1000. Keine Marke wird seltener geklaut.

Spitzenreiter in der "Klau-Hitliste" nach einzelnen Modellen war im Jahr 2001 wiederum der Toyota Landcruiser J10 mit 31 gestohlenen pro tausend versicherten Fahrzeugen. Ähnliches gilt für den Aufsteiger in die Top Ten, den BMW X5, der allerdings nicht ganz so häufig geklaut wie der Toyota. Folge für den BMW: Seine Vollkaskoversicherung stieg um acht Typklassen.

Ein Trend, der seit 2001 Großstädte an Rhein und Ruhr heimsucht, ist das Home-Jacking: der Einbruch in Häuser, um an Schlüssel und Papiere hochwertiger Fahrzeug zu kommen und diese dann zu stehlen. In Köln und wurden über 400 Diebstähle dieser Art registriert. Prominentestes Opfer: Fußball-National-Spieler Torsten Frings, dessen 100.000-Euro-Mercedes auf diese Weise geklaut wurde.

Wert der gestohlenen Autos stieg um 25 Prozent

Die Folge der Home-Jacking-Fälle, die fast ausschließlich teure Autos betrifft: In der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt stieg im Vergleich zum Vorjahr die Durchschnittsentschädigung pro Auto um fast ein Drittel auf deutschlandweit einmalige 11.789 Euro. In Köln lag der Wert der gestohlenen Autos um fast 25 Prozent höher als im Jahr davor. Auch in Duisburg und Essen ähnliche Zahlen. Sogar in Bielefeld, wo 13 Prozent mehr Autos abhanden kamen, die dann im Schnitt auch noch über 17 Prozent teurer waren als im Vorjahr, spricht der GDV von einem Diebstahlboom.

Dagegen ging in den neuen Bundesländern die Diebstahlquote zurück, insbesondere in Sachsen-Anhalt und Sachsen, wo der fast ein Viertel weniger Autos gestohlen wurden. Am häufigsten werden Autos mit 4,6 von 1000 immer noch in Berlin geklaut. Die Klaurate ist damit elfmal so hoch wie im Regierungsbezirk Schwaben, der bundesweit das geringste Risiko aufweist. Als einziges Bundesland konnte Hamburg im vergangenen Jahr keinen Rückgang der Autodiebstähle vermelden. Im Gegenteil, in der Hansestadt wurden 1,6 Prozent mehr Pkw geklaut.

Bei den Auslandsdiebstählen, insgesamt fast jeder sechste gemeldete Fall, bestätigte sich einmal mehr das Klischee. Spitzenreiter ist hier Polen. Laut polnischer Polizei wurden dort 4566 in Deutschland zugelassene Fahrzeuge als gestohlen gemeldet. Trotz Rückgänge in den vergangenen Jahren besteht ein größeres Risiko auch in Tschechien und in Ungarn. Spitzenreiter in Westeuropa sind die Niederlande vor Italien und Frankreich.