Kombis Lademeister mit Lifestyle-Image
Hamburg - Statt Farbkübeln oder Kabeltrommeln finden heute - speziell nach den Vorstellungen der Marketing-Abteilungen - vor allem Surfbretter, Taucherausrüstungen und Mountainbikes auf den Ladeflächen Platz.
Die lange Liste der Neuerscheinungen sowie die Ankündigungen für die nahe Zukunft machen deutlich, dass die Hersteller diesem Segment weiterhin große Beachtung schenken. Dem Kunden bietet sich deshalb eine mehr als stattliche Auswahl an "Kombinationskraftwagen", deren Spanne beim Ladevolumen schon bei voller Bestuhlung von 308 Liter im Toyota Corolla Kombi bis 600 Litern in der Mercedes E-Klasse reicht.
Beim Preis gibt es eine Spannbreite von 23.215 Mark für den Fabia Combi von Skoda bis zu 157.452 Mark für den E 55 AMG. Auch mit Blick auf die Leistung ist für jeden etwas dabei - es beginnt bei 44 kW/60 PS in Palio oder Polo und endet bei den 280 kW/380 PS des Audi RS4.
Nachdem sich die Hersteller lange auf die Mittelklasse beschränkt haben, beginnt das Angebot seit einigen Jahren schon im Segment der Kompakten - auch wenn die Auswahl dort im doppelten Sinne kleiner ist. Neben dem betagten Polo Variant aus Wolfsburg, seinem Bruder Cordoba Vario von Seat aus Barcelona sowie dem in Brasilien produzierten Palio Weekend von Fiat gibt es in diesem Format zurzeit nur noch den im vergangenen Winter eingeführten Skoda Fabia Combi.
Doch Nachwuchs ist bereits in Sicht. Bei Seat reift der neue Ibiza, den es auch wieder als Vario geben soll. Und von Opel hört man immer wieder das Gerücht, dass schon für kommendes Jahr ein geräumiger Ableger des Corsa als Mischung aus Van und Kombi geplant ist.
Viel mehr Alternativen gibt es in der Golf-Klasse: Den Markt bestimmt das Wolfsburger VW-Doppel aus Golf und Bora, dicht gefolgt vom Opel Astra Caravan und dem Ford Focus Turnier. Dazu gesellen sich aus Frankreich der Renault Laguna Grandtour, der frisch geliftete Kombi des Citroën Xsara sowie der 306 Break von Peugeot, für den im kommenden Jahr ein Nachfolger erwartet wird. Aus Tschechien sorgt der Octavia Combi für ein deutliches Plus in der Skoda-Bilanz.
Auf der gleichen Plattform könnte auch ein Ableger des Seat Toledo entstehen, von dem seit zwei Jahren gemunkelt wird. Eine eher untergeordnete Rolle spielt der Kombi in dieser Klasse bei Anbietern aus Fernost, die mit Varianten von Toyota Corolla, Subaru Forester und Impreza, Daewoo Nubira und Suzuki Baleno in der Statistik nur ein Schattendasein führen.
Mit dem Imagewandel ist die Auswahl auch in den höheren Klassen gewachsen - heute gibt es das breiteste Angebot in der gehobenen Mittelklasse. Hier konkurrieren neben dem VW-Bestseller Passat Variant vor allem das neue T-Modell der Mercedes C-Klasse, der 3er Touring von BMW und spätestens zur IAA im September der neue Audi A4 Avant. Bis dahin verkauft Audi noch das alte Modell - darunter den kraftvollen RS4. Nicht so elitär, aber nicht minder erfolgreich sind der neue Ford Mondeo Tournier und der betagte Opel Vectra Caravan.
Auch aus dem Ausland weht ein frischer Wind durch dieses Segment. So bieten die Italiener den eleganten Lancia Lybra Station Wagon, den dynamischen Alfa 156 Sportwagon und dem Fiat Marea Weekend. Die Franzosen setzen auf die Neuerscheinungen Citroën C5 und Renault Laguna Grandtour sowie den dank seines neuen Partikelfilters noch immer hoch aktuellen 406 von Peugeot. Aus England kommt demnächst der Kombi des eleganten Rover 75, und die Schweden schicken mit dem Saab 9-5 Kombi sowie Volvo V 40 und V70 gleich drei Bestseller ins Land. Außerdem gibt es noch ein paar Restbestände des Lancia Kappa.
Japaner und Koreaner sind ebenfalls mit von der Partie: So gibt es von Toyota neben dem praktischen Avensis demnächst auch den Lexus IS 300 als Kombi, Nissan schlägt sich wacker mit dem Primera Traveller, Mazda verkauft reichlich Kombis des 626. Mitsubishi hält erfolgreich mit dem Galant dagegen, Subaru punktet mit dem Legacy, und Kia kann mit dem riesigen Clarus einen Achtungserfolg erzielen.
Wer mit dem Kombi nach höheren Weihen strebt, muss dann wieder mit einer eingeschränkten Auswahl leben. Dieses Geschäft gehört vor allem dem A6 Avant von Audi sowie 5er Touring von BMW und E-Klasse T-Modell von Mercedes. Wie der Opel Omega Caravan stehen diese beiden Modelle kurz vor dem Ende ihrer Laufbahn, weshalb das Rennen um den Primus unter den Lifestyle-Kombis in den kommenden zwei Jahren neu entschieden werden könnte.
Thomas Geiger, gms