Kult-Mercedes: Lennons Pullman wieder zu Hause - DER SPIEGEL
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Kult-Mercedes Lennons Pullman wieder zu Hause

Am 19. Februar 1970 ließ Beatle John Lennon einen Mercedes-Benz 600 Pullman zu. Ganz in weiß, ganz exquisit ausgestattet. Das Auto kehrte nun, nach einer langen Odyssee, in seine schwäbische Heimat zurück.
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"Baby you can drive my car" sangen die Beatles, doch an das Lenkrad seines edlen Gefährts hat John Lennon nur ganz wenige gelassen. Der 600er Mercedes Pullman, die Stretch-Limousine aus Stuttgart, war ganz nach den Wünschen des genialen Songwriters ausgestattet worden. Im Fond des Siebensitzers reisten die Passagiere auf einer Vis-à-vis-Sitzanlage und konnten so gepflegt parlieren, während der Sechsliter-V8-Motor seine Arbeit verrichtete.

Anders als viele Pullman-Kunden verzichtete Lennon jedoch auf die Bordbar und ließ sich stattdessen eine für damalige Zeiten hochmoderne Musikanlage einbauen. Dazu gehören ein Radio, ein Mignon MK 60 Plattenspieler, ein Tonbandgerät und ein achtspuriger Kassettenrekorder. Logisch, dass Lennon auch ein Autotelefon an Bord haben wollte.

Das war in der Mittelarmlehne der Rücksitzbank untergebracht und - leider - schwarz. Eine andere Farbe gab es einfach nicht, weshalb die zuständige Mercedes-Abteilung ihren prominenten Kunden um Nachsicht bat. "Wir weisen darauf hin, dass es uns entgegen den Wünschen nicht möglich ist, eine neue weiße Hörergarnitur zu beschaffen, so dass die angelieferte eingebaut werden muss." Ein anderer Sonderwunsch des Superstars aus Liverpool: Der Fahrersitz sollte zwei Zentimeter tiefer gepolstert werden.

Das weiße Dickschiff fuhr Lennon bis 1974, als er den Wagen an seinen Beatles-Kollegen George Harrison verkaufte. Auch der fuhr das auffällige Monstrum nur einige Jahre und gab es dann an Mary Wilson von der Popgruppe "Supremes" ab. Allmählich kam das Auto offenbar aus der Mode, stand immer länger in der Garage und wurde schließlich vom Londoner Auktionshaus Christie's versteigert.

Ein Oldtimer-Sammler aus Finnland erhielt für die Summe von 289.000 US-Dollar den Zuschlag. Der Liebhaber steckte aber noch mehr Geld in den Wagen, denn er ließ ihn für rund 600.000 Mark im Mercedes-Werk aufwendig restaurieren und von Grund neu aufbauen. Bei der Totalzerlegung des Fahrzeugs wurde unter anderem auch die kompliziert konstruierte Hydraulikanlage komplett erneuert.

Zum Dank durfte das Auto anschließend sechs Monate lang im Mercedes-Benz-Museum in Stuttgart ausgestellt werden. Und auch jetzt befindet sich der Wagen weiter im Schwabenland. Der Besitzer hat ihn beim Mercedes-Oldie-Spezialisten Kienle in Heimerdingen untergestellt. Die Firma pflegt und wartet den Wagen und hält ihn jederzeit in fahrbereitem Zustand.

Denn entweder greift der Besitzer, der anonym bleiben möchte, selbst zum Steuer, oder er überlässt es einem potenziellen Käufer. Für die richtige Summe, so lässt er verlauten, könne er sich durchaus einen Verkauf vorstellen.