Land-Rover-Premiere Glanz in Schwarz
Maurice Wilks war technischer Direktor bei der britischen Autofirma Rover, und auf seinem Landsitz im Nachkriegs-England fuhr er mit einem Willys Jeep aus den Beständen der US-Armee umher. Das Auto überzeugte ihn - einerseits. Andererseits drängte die britische Regierung, endlich ein günstiges Massenauto zu bauen. Maurice Wilks kombinierte beides und schlug vor, einen Einsatzwagen für Landwirte zu produzieren. Damit war die Idee des Land Rover in der Welt.
Im Frühling des Jahres 1947 entstand der Prototyp. Mit Leiterrahmen, langlebiger Duralminium-Karosserie und einem 1,6-Liter-Motor aus dem Rover-Regal. Ein Jahr später, am 30. April 1948, wurde das fertige Auto, das den Namen Land Rover behalten hatte, auf der Amsterdam Motor Show vorgestellt.
Und somit war der Grundstein gelegt für jene Marke, die in wenigen Wochen ihren 60. Geburtstag feiert und die noch immer den direkten Nachfahren jenes Ur-Land-Rover baut, der allerdings seit 1990 den Modellnamen Defender trägt. Immerhin: Allein in Deutschland wurden im vergangenen Jahr laut Statistik des Kraftfahrt-Bundesamts 1333 Defender neu zugelassen.
Ansonsten aber hat sich nicht viel verändert. Einen Leiterrahmen gibt es noch immer. Robust und extrem geländegängig ist das Auto auch immer noch und im Design ebenso archaisch wie unverwechselbar. Im Grunde wird die 1983 eingeführte vierte Serie des klassischen Land Rover noch immer gebaut - mit einigen Detailänderungen natürlich und seit dem vergangenen Jahr auch mit zeitgemäßer Antriebstechnik: nämlich einem 2,4-Liter-Vierzylinder-Dieselmotor mit einer Leistung von 122 PS von Ford sowie einem Sechsgang-Schaltgetriebe.
Auf dieser Basis entstand nun - anlässlich des runden Geburtstags - das Sondermodell Defender SVX, der nach Angaben der Briten "der wohl eleganteste, schickste und am üppigsten ausgestattete Defender, den Land Rover je vorgestellt hat", ist. Der Monolith unter den Allradlern glänzt in schwarzem Metalliclack, trägt silberfarbene Trittstufen und eine silbrige Frontpartie, dazu neue Klarglasscheinwerfer sowie LED-Rückleuchten, hübsche Leichtmetallfelgen und einen Unterfahrschutz aus Aluminum. Im Innenraum gibt es unter anderem spezielle Vordersitze von Recaro, einen Alu-Schalthebel sowie eine Musikanlage mit iPod-Anschluss.
Extras zum 60. Geburtstag
Zum Preis gibt es noch keine offizielle Verlautbarung, doch da der Defender SVX in Deutschland ausschließlich in der Version 90 und 110 mit Hardtop angeboten wird, und zwar ab dem Spätsommer, dürfte das Auto kaum unter 32.000 Euro zu haben sein. Günstiger dürften Landy-Fans mit einigen anderen Jubiläums-Sondermodellen fahren. Denn neben dem Flaggschiff Defender SVX gibt es die Baureihen Freelander, Defender, Discovery und Range Rover Sport in einer "Edition 60yrs", die sich durch spezielle Ausstattungsmerkmale und Dekorelemente auszeichnet. Diese Modelle werden bereits in den kommenden Wochen bei den deutschen Händlern eintreffen.
Wohin die Reise in Zukunft geht, wird Land Rover in Genf (6. bis 16. März) mit der Studie LRX demonstrieren, die nach der Premiere in Detroit vor wenigen Wochen ihre Europapremiere erleben wird. Das ebenso elegant wie eigenständig wirkende Cross-Coupé (so die Land-Rover-Bezeichnung) ist mit einem Diesel-Hybrid-Antrieb bestückt und zeigt, wie auch eine Geländewagenmarke die künftigen Ansprüche an Verbrauch und Schadstoffausstoß erfüllen könnte, ohne vollends auf ihre Tradition zu verzichten.
jüp