Land Rover Range Stormer Sturmfahrt ins Gelände
"Land Rover schreibt in Detroit Geschichte", teilt die Geländewagenmarke der Premier Automotive Group des Ford-Konzerns mit. Auf der Motorshow (10. bis 19. Januar) im derzeit eiskalten Nordosten der USA beteiligt sich Land Rover erstmals am Spiel mit den Träumen und Erwartungen des Publikums. Das erste Konzeptfahrzeug der Marke trägt den Namen Range Stormer.
Der Range Rover, das ist so etwas wie der Grandseigneur unter den Geländewagen. Nun möchte Land Rover diese Modelllinie nach unten ausbauen und offenbar ein besonders sportliches, edles und doch auch geländetaugliches Auto bauen. Die Studie Range Stormer, die intern als "Baby Range" firmiert, hat all das. Und dazu die für ein Showcar nötigen Kinkerlitzchen, wie etwa zweigeteilte Flügeltüren: Der untere Teil klappt als Einstiegshilfe gen Boden, der obere Teil schwingt nach vorne auf, wie es sonst nur bei Supersportwagen von Lamborghini oder beim Mercedes SLR der Fall ist. Bis zur Serienreife des Autos, die 2005 erreicht sein soll, werden Ingenieursspäße dieser Art verschwinden. Denn auf den Markt kommen wird der Wagen als Viertürer, basta.
Auch andere Showeinlagen wird sich das künftige neue Modell verkneifen. Die absurd großen 22-Zoll-Räder zum Beispiel oder die extrem geduckte Karosserie. Im Scheinwerferlicht einer großen Messe jedoch spielen diese Details eine wichtige Rolle und signalisieren: Seht her, Land Rover ist eine richtig sportliche und coole Marke.
Der Range Stormer tritt tatsächlich fesch und rasant an. Aggressiv sieht die Frontpartie des Autos aus mit den schmal geschnittenen Scheinwerferpaaren, dem wuchtigen Stoßfänger und dem auffälligen Gitter in den Kühllufteinlässen. Auf der Haube thront eine mächtige Hutze, drunter steckt ein V8-Kompressormotor. Der darf als Entgegenkommen an das US-Publikum verstanden werden, in der Realität des europäischen Marktes wird wohl anderen Motorisierungen wie etwa einem Sechszylinder-Dieselaggregat, eine größere Bedeutung zukommen.
Ganz neu entwickelt Land Rover für das künftige Serienmodell das so genannte Terrain-Response-System. Diese Technik soll dem Fahrer die optimale Abstimmung des Autos auf unterschiedliche Situationen erleichtern. Per Drehschalter lassen sich sechs Modi einstellen - von "Dynamic" für schnelles Fahren auf der Autobahn bis hin zu "Deep Ruts" für reichlich holpriges Offroad-Gelände. Durch den einfachen Dreh am Schalter verändern sich jeweils die Fahrwerksabstimmung, die Motor- und Getriebeelektronik sowie die Traktionskontrolle. Es gehe darum, sagt Managing Director Matthew Taylor, "das Fahren einfacher und nicht etwa komplizierter zu machen". Und das ist besonders wichtig, wenn man einen geländegängigen Sportwagen anbieten möchte, der vor allem Offroad-unerfahrene Kunden ansprechen soll.