Lexikon Mit Anpressdruck ins Ziel
ANPRESSDRUCK
So wird jene Kraft genannt, die ein Auto auf die Straße drückt. Beeinflusst wird der Anpressdruck durch die Geschwindigkeit und durch die Form der Karosserie. So sorgen zum Beispiel Spoiler oder speziell gestaltete Fahrzeugunterseiten für mehr Anpressdruck. Und je stärker der Wagen auf die Straße gedrückt wird, desto besser können Antriebs-, Brems- und Lenkkräfte übertragen werden.
BREMSPUNKT
Oft wird der Bremspunkt mit der Stelle beim Treten des Bremspedals verwechselt, an der Bremsdruck spürbar aufgebaut wird. Tatsächlich jedoch ist es jene Stelle vor einer Kurve, an der ein Bremsvorgang eingeleitet wird. Im Rennsport wird während des Bremsens heruntergeschaltet und erst dann, wenn das Auto die passende Geschwindigkeit hat, eingelenkt (Einlenkpunkt).
CARBON
CFK, so lautet die gängige Abkürzung für Carbon-Faser-Kunststoff, besitzt eine zig-fache Zugfestigkeit von Stahl, ist aber sehr viel leichter. Die Carbonfaser wird zu Matten verwebt, mit Epoxy-Harz getränkt und dann gebacken. Für sehr sportliche Autos gilt der Werkstoff Carbon als optimal, CFK wird zunehmend auch als sichtbares, unlackiertes Bauteil im Innenraum eingesetzt, um eine sportliche Optik zu erzielen.
DRIFTEN
Es gibt mehrere Varianten, um ein Auto Fahrzeug in einer Kurve in eine instabile und für Laien meist unkontrollierbare Lage zu bringen, so dass es über alle vier Räder rutscht. Könner allerdings nutzen das Driften, also das Übersteuern eines Fahrzeugs, bei dem das Heck kontrolliert ausbricht. So lässt sich zügiger als auf herkömmlichem Weg die Fahrtrichtung ändern. Was auf öffentlichen Straßen sehr gefährlich ist, gilt im Rallyesport als eine der sichersten und schnellsten Arten, Kurven zu durchfahren.
EINLENKEN
So wird jener Moment bezeichnet, an dem der Autofahrer beginnt, das Lenkrad zu drehen. Für eine sichere und sportliche Fahrweise ist es essenziell, zum richtigen Zeitpunkt und mit einer präzisen Bewegung des Volants einzulenken. Optimal ist es, wenn in Kurven möglichst wenig Korrekturen am Lenkrad nötig sind.
FIA
Der am 20. Juni1904 gegründete Verband heißt mit vollem Namen Fédération Internationale de l'Automobile, sein Sitz ist Paris. Heute hat der oberste Autofahrerverband 150 nationale Mitgliedsorganisationen in 118 Ländern und repräsentiert zirka 100 Millionen Mitglieder. Die FIA schreibt unter anderem die Formel-1-Weltmeisterschaft aus. Deutschland wird bei der FIA unter anderm durch den DMSB (Deutscher Motor Sport Bund e.V.) vertreten.
GTI
Das Kürzel steht für "Gran Turismo Injektion" und bezeichnet ein sportliches Auto mit Kraftstoffdirekteinspritzung. Bekannt wurden die drei Buchstaben vor allem mit der Premiere des ersten VW Golf GTI im Jahre 1976.
HOSENTRÄGERGURT
Der Vierpunkt-Sicherheitsgurt, auch bekannt als "Hosenträgergurt" oder "Shoulder Belt" kommt bei besonders sportlichen Autos oder im Rennsport zum Einsatz, weil er den Fahrer optimal im Sitz fixiert. Weil aber bei einem Unfall der Beckengurt nach oben gezogen werden könnte, gelten Fünfpunktgurte (wie etwa in Kindersitzen) als weitaus sicherer.
IDEALLINIE
Simpel ausgedrückt, ist die Ideallinie die schnellste (nicht die kürzeste) Linie auf einer Rennstrecke. Es gilt also, das Auto auf einer gedachten Linie über den Kurs zu steuern, der an der jeweiligen Stelle die jeweils höchste Geschwindigkeit ermöglicht. Für eine rechtwinklige Kurve bedeutet das beispielsweise, dass sie vom äußeren Rand angefahren wird, das Fahrzeug dann zum inneren Scheitelpunkt der Kurve bewegt wird und sich dann wieder in einer geschmeidigen Linie zur Außenseite aus der Kurve heraus bewegt.
KERAMIKBREMSEN
Besonders leistungsfähige und teure Sportwagen (u.a. von Porsche, Mercedes) werden auf Kundenwunsch mit Bremsscheiben aus faserverstärkter Keramik ausgestattet. Neben einer hohen Lebensdauer und sehr guten Bremsleistung ist das niedrige Gewicht ein weiterer Vorteil dieser korrosionsfreien Bremsscheiben.
LITERLEISTUNG
Gemeint ist die Leistung eines Motors pro Liter seines Hubraums. Für moderne Benzin-Saugmotoren gelten etwa 75 PS als Durchschnittswert für die Literleistung, bei aufgeladenen Benzinern steigt die Literleistung auf rund 105 PS. Renn-Saugmotoren in der Formel 1 wiederum kommen auf eine Literleistung von mehr als 130 PS.
MOTORAUFLADUNG
Durch Aufladung mittels Turbolader oder Kompressor kann die Leistung eines Motors erhöht werden. Derzeit gilt eine Aufladung es als gute Möglichkeit, um die Efizienz von Motoren zu verbessern und den Spritverbrauch zu senken. Es gibt zum Beispiel Serienaggregate, bei denen Kompressor und Turbolader miteinander kombiniert und so die Vorteile beider Aufladungssysteme zur Wirkung kommen.
NÜRBURGRING
Die ursprünglich 28 Kilometer lange "Gebirgs-, Renn- und Prüfungsstrecke" wurde am 18. Juni 1927 eingeweiht. Bis heute wurde die Strecke mehrfach verändert und umgebaut. Aktuell gibt es am Nürburgring heute unter anderem die 20,8 Kilometer lange, legendäre Nordschleife ("Grüne Hölle") und den 4,5 Kilometer langen Grand-Prix-Kurs. Auf dem findet in diesem Jahr am 22. Juli der Große Preis von Europa statt.
OVERALL
Ein einteiliger Anzug, der Overall, ist die übliche Bekleidung für Motorsportler. Je nach dem Reglement der unterschiedlichen Motorsport-Serien muss der Overall bestimmte Eigenschaften erfüllen.
PIT-LANE
Der englische, häufig gebrauchte Bezeichnung für Boxengasse. Dies ist der direkt vor den jeweiligen Boxen der Renn-Teams gelegene Fahrbahnbereich - auf dem übrigens ein Tempolimit gilt.
QUERBESCHLEUNIGUNG
Die Querbeschleunigung wirkt quer zur Fahrtrichtung auf das Auto und seine Insassen ein. Sie wird spürbar in Kurven als Fliehkraft zur Außenseite der Kurve hin. Durch eine spezielle Abstimmung des Fahrwerks können Fahrzeuge so ausgelegt werden, dass sie eine besonders hohe Querbeschleunigung verkraften und somit Kurven schneller durchfahren können.
RENNLEITUNG
Die Rennleitung setzt sich meist aus mehreren Rennkommissaren zusammen (in der Formel 1 drei FIA-Kommissare), die während eines Rennens zum Beispiel Strafen aussprechen (bei Regelverletzungen einzelner Fahrer oder Teams), über Safety-Car-Einsätze und gegebenenfalls auch über einen Rennabbruch entscheiden.
SPOILER
"To spoil" bedeutet im Deutschen "(etwas) stören" - und in diesem Fall ist die Luftströmung um ein Auto gemeint, die gestört wird. Und zwar dahingehend, dass dem Fahrtwind etwas entgegengesetzt wird, so dass die Luft das Auto mit zunehmendem Fahrtempo umso stärker auf die Straße drückt. Im Jahre 1953 entwarf die Firma Kamei den ersten Spoiler für Serienfahrzeuge, das "Tiefensteuer". Es erhöhte den Anpressdruck auf die Vorderachse beim VW Käfer.
TELEMETRIE
Im Motorsport, insbesondere in der Formel 1, versteht man darunter die drahtlose Datenübertragung von einem Rennfahrzeug auf die Computer der Ingenieure, die so alle relevanten Fahrzeugfunktionen (vor allem von Motor und Fahrwerk) von der Box aus überwachen und teilweise auch steuern können.
ÜBERHOLEN
Überholen ist ein komplexes Unterfangen - bei einer sportlichen Fahrweise aber oft unerlässlich. Es ereignet sich immer dann, wenn ein Autofahrer an einem langsameren Fahrzeug seitlich vorbeifährt. Im öffentlichen Straßenverkehr zählen Überholvorgänge zu den risikoreichsten und unfallträchtigsten Fahrmanövern.
V-MAX
Ein einfaches Stichwort. V-Max ist die Abkürzung für "Vitesse maximale", also Höchtsgeschwindigkeit.
WINDSCHATTEN
Darunter versteht man einen Bereich geringerer Windgeschwindigkeit auf der Rückseite eines Strömungshindernisses. Im Motorsport wird der Windschatten genutzt, um sich an den Vorausfahrenden anzusaugen, um dann aus dem Windschatten heraus voll zu beschleunigen und zu überholen. Wer im Windschatten fährt, spart darüber hinaus Sprit.
ZIELFLAGGE
Das schwarz-weiße Karo kommt im Motorsport dann zum Einsatz, wenn ein Rennen beendet wird. Dann werden die ins Ziel fahrenden Teilnehmer mit der "Chequered Flag" abgewunken.