Luxuskarossen: Gesund schrumpfen - DER SPIEGEL
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Luxuskarossen Gesund schrumpfen

In der Liga der Luxuslimousinen ist die Luft dünn. Von den Marken Maybach, Rolls-Royce und Bentley steht im Augenblick nur die Letztgenannte ganz passabel da, was vor allem an der "kleinen" Continental-Baureihe liegt. Das Erfolgsrezept wollen die anderen nun kopieren.
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"Der Continental GT war das Beste, was uns passieren konnte", sagt Mark Tennant, Marketing-Direktor der britischen Nobelmarke Bentley. Im vergangenen Jahr verkaufte die Nobelmarke aus dem Volkswagen-Konzern weltweit rund 8500 Fahrzeuge - so viele wie noch nie in der knapp 90-jährigen Unternehmensgeschichte. Den Löwenanteil an dieser für einen Luxusauto-Hersteller beachtlichen Stückzahl stellt nicht die rund 300.000 Euro teure Arnage-Baureihe, sondern die deutlich günstiger positionierte Modellreihe Continental, von der es ein Coupé namens GT, eine Limousine namens Flying Spur und in wenigen Wochen auch ein Cabriolet namens GTC gibt.

Mit der Continental-Baureihe platzierte Bentley Autos genau in der Lücke, die zwischen den Topmodellen von Porsche oder Mercedes und den absoluten Luxuslimousinen von Bentley, Rolls-Royce oder Maybach klafft. "In der Preisklasse unter 200.000 Euro gab es vorher kein adäquates Angebot", sagt Tennant. "Exakt in diesem Segment des Luxusmarktes aber steigt die Nachfrage, während sie auf dem nochmals höheren Toplevel des Marktes stagniert."

Während Bentley also vor allem aufgrund seiner günstigeren Modelle wächst, haben Maybach und Rolls-Royce bislang ausschließlich ein Modell in der "über 300.000 Euro"-Klasse im Angebot. Doch beide Hersteller sind offenbar dabei, ebenfalls ein "Einsteigermodell" für Millionäre zu entwickeln. Offiziell gibt es dazu weder von Maybach noch von Rolls-Royce eine Bestätigung, doch ebenso wenig werden solche Pläne dementiert.

Ein Maybach-Sprecher nannte es gegenüber SPIEGEL ONLINE als "durchaus denkbar", dass ein kleineres Modell - etwa ein Maybach 51 mit 5,10 Meter Länge - bis zum Jahr 2009 auf die Straßen kommen könne. "Das wäre sportlich, aber realistisch", hieß es dazu aus Stuttgart. Allerdings sei man bereits jetzt sehr zuversichtlich, denn in den ersten beiden Quartalen des Jahres 2006 seien mehr Maybach als Rolls-Royce verkauft worden, so die Auskunft beim Edellabel der Mercedes-Car-Group.

"Natürlich denken wir über die Zukunft der Marke nach, und das bedeutet zwangsläufig, dass wir uns auch über neue Modelle Gedanken machen", erklärte Rolls-Royce-Sprecher Graham Biggs gegenüber SPIEGEL ONLINE. In Planung sei sowohl ein Automobil in der Preisregion unterhalb des gegenwärtigen Modells Phantom (375.500 Euro) als auch eines darüber. Ganz klar, bei dem noch teureren Auto handelt es sich um die Serienversion der Studie 100 EX, eines Luxuscabriolets auf Basis des Phantom, die im kommenden Jahr debütieren soll. Das avisierte Einsteigermodell hingegen soll erst 2009 auf den Markt kommen. Angesichts dieses Andrangs in der Luxusdivision steht fest, dass die Luft in diesen Regionen auf jeden Fall dünn bleibt - ob nun in der Preisklasse um 200.000, 300.000 oder gar 400.000 Euro.