Luxuspanzerlimousine: Merkel testet Audi A8 Security - DER SPIEGEL
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Luxuspanzerlimousine Merkel testet Audi A8 Security

Audis neue gepanzerte Luxuslimousine dreht erste Proberunden für die Regierungschefin. Der sportliche A8 Security mit Allradantrieb und eigener Löschanlage könnte der Bundeskanzlerin demnächst Schutz vor terroristischen Anschlägen bieten.
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Ingolstadt - Gerade stand er noch im Rampenlicht der IAA in Frankfurt, jetzt testet ihn die frisch gekürte Kanzlerin: den Audi A8 Security. Gepanzert gegen Sprengstoff, Scharfschützengewehre und Handgranaten, könnte der schwere Junge in Zukunft Angela Merkel beschützen - wenn er den Test auf Herz und Nieren und Praktibilität im Kanzlerinnen-Alltag besteht. Zwei der rund ein Viertel Million Euro teuren Hochsicherheitswagen der Langversion hatte das Bundeskriminalamt (BKA) bei den Ingolstädtern zur Probe geordert.

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Audi A8 Security: Gepanzerte Luxuslimousine

Foto: DDP

Ein Audi A8 als Kanzlergefährt wäre nicht neu: Auch Ex-Regierungschef und VW-Freund Gerhard Schröder bestellte gleich nach seinem Amtsantritt einen und löste damit eine Revolution in der Mercedes-dominierten Fuhrparkpolitik all seiner Vorgänger aus. Sein A8 stand zuletzt neben VW Phaeton, 7er BMW und Mercedes S-Klasse in der Garage. Gepanzert sind sie alle. Ihre Panzerkäfige aus hochfestem Stahl, die schussfesten Kunststoffe wie Aramid und Kevlar und das mehrere Zentimeter dicke Sicherheitsglas entsprechen den Vorschriften für Wagen der höchsten Beschussklasse B6/B7, mit der die Spitzen des Staates unterwegs sind.

Auch der Audi A8 Security ist auf dem neuesten Stand der Hochsicherheitstechnik und wiegt dementsprechend mehrere Tonnen. Um den Koloss in Fahrt zu bringen, arbeiten 450 PS und ein Drehmoment von 580 Newtonmetern unter der Motorhaube. Der Luxuslimousine mit Zwölfzylinder-Motor und sechs Liter Hubraum verfügt zudem über einen permanenten Allradantrieb - eine Besonderheit unter gepanzerten Modellen - und kann ihren Passagier mit bis zu 250 km/h aus einer Gefahrenzone bringen.

Türen werden einzeln herausgesprengt

Das Security-Modell, das Audi in aufwendiger Handarbeit in seinem Werk in Neckarsulm fertigen lässt, macht nicht nur einem Panzer, sondern auch einem Feuerwehrwagen Konkurrenz: Es verfügt über eine eigene Löschanlage. Wenn die Temperatursensoren oder der Fahrer mittels Taste in der Mittelkonsole Alarm schlägt, versprühen Düsen im Motorraum, am Unterboden und an den Rädern Löschmittel. Entlüftet wird über einen Rauchabzug im Innenraum.

Der A8 hat zudem einen Notausstieg spezieller Art. Nach Audi-Angaben einzigartig unter den Panzerlimousinen, löst im Notfall ein pyrotechnisches System die Verbindungen zwischen den Türen und der Karosserie und sprengt die Türen einzeln heraus. Mit einem Reifen-Notlauf-System schafft es der A8 auch mit zerschossenen, platten Reifen noch auf eine Geschwindigkeit von 80 km/h und 100 Kilometer weit.

Kanzlerin Merkel könnte das Sonderschutzmodell jede Menge Komfort bieten - falls die umfangreiche Ausstattungsliste in Anspruch genommen werden sollte. So ermöglicht eine Wechselsprechanlage beispielsweise die Kommunikation zwischen den Fahrgästen im Innenraum und Personen außerhalb des Fahrzeugs, ohne die Scheiben öffnen zu müssen. Überhaupt, Kommunikation ist für die Chauffierten in Luxuslimousinen wesentlich: Telefon mit Freisprechanlage, Video, Bildschirme und Faxgerät können geordert werden, mit WLan-Technik können sie auch unterwegs immer online sein. Ob Minibar und DVD-Player dabei sein müssen, bleibt wohl Angela Merkel überlassen.

Gepanzert und doch wehrlos

Audi - eher der Aufsteiger unter den Luxuslimousinen - könnte den Imagegewinn durch eine Order des BKAs gut gebrauchen. Im Fuhrpark der rot-grünen Bundesregierung waren die Ingolstädter bisher äußerst spärlich vertreten. Wie eine kleine Anfrage der FDP im Bundestag im März ergab, waren unter den insgesamt 23.600 unter Rot-Grün angeschafften Neufahrzeugen nur 179 Audi-Modelle, dagegen trugen rund 9300 das Volkswagen-Logo, 4600 den Mercedes-Stern, 3600 den Opel-Blitz und 3100 das Ford-Emblem.

Ob DaimlerChrysler, BMW oder Audi - die großen deutschen Hersteller von Hochsicherheitslimousinen haben ihr Bestes getan, um ihre Kunden vor Anschlägen zu schützen. Molotowcocktails und Handgranaten, Sprengstoffbomben und Beschuss mit 7,62-Millimeter-Geschossen machen ihnen kaum etwas aus, dennoch müssen ihre Fahrer gut auf sie aufpassen. Denn gegenüber Langfingern sind die schweren Jungs wohl wehrlos: Im vergangenen Jahr wurde die gepanzerte S-Klasse des ehemaligen DaimlerChrysler-Chefs Jürgen Schrempp innerhalb von 15 Minuten geknackt und geklaut.