Maxi-Geländewagen: Sumo-Ringer auf Rädern - DER SPIEGEL
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Maxi-Geländewagen Sumo-Ringer auf Rädern

Dicke Geländewagen-Modelle werden in Zeiten, da über CO2 und Benzinverbrauch diskutiert wird, von den Herstellern lieber versteckt: VW stellt den extremen Touareg R50 im fernen Sydney vor, Toyota enthüllt den massigen Land Cruiser V8 in Sankt Petersburg.
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Am anderen Ende der Welt, auf der Australian International Motorshow in Sydney, stellt VW am kommenden Donnerstag den stärksten VW Touareg und damit einen der muskulösesten Geländewagen weltweit vor. Der V10-Turbodiesel-Motor leistet 350 PS und wuchtet ein Drehmoment von 850 Nm auf die Kurbelwelle - im Schnitt verbrennt das Aggregat dabei nach VW-Angaben 12,6 Liter und bläst 330 Gramm CO2 aus den Auspuffrohren. Für ökologisch auch nur halbwegs sensible Menschen ist der Wagen ein rollender Anachronismus, Leistungs-Fetischisten hingegen werden das Auto freudig begrüßen. Denn im Vergleich zum auch nicht gerade schwachbrüstigen normalen Touareg V10 TDI mit 313 PS entwickelt die neue Version dank geänderter Turbo-Aufladung und modifizierter Motorsteuerung nun 100 Nm mehr an Drehmoment. Das macht den Spurt des Dickschiffs von 0 auf Tempo 100 in 6,7 Sekunden möglich - und erlaubt eine Höchstgeschwindigkeit von 235 km/h.

Damit die Kraft auch sichtbar wird, rollt das Auto auf 21-Zoll-Rädern heran, trägt blau lackierte Bremssättel, Radhausverbreiterungen sowie Seitenschweller und ist um zwei Zentimeter tiefer gelegt. Zur Serienausstattung gehören neben dem Luftfeder-Sportfahrwerk auch eine Nappaleder-Innenausstattung, Metallkappen auf Brems- und Gaspedal sowie ein Sechsgang-Automatikgetriebe. 88.260 Euro soll der Wagen kosten, der ab November an Kunden ausgeliefert wird.

Etwas weniger kraftvoll, dafür aber umso rustikaler tritt Toyotas neues Geländewagen-Topmodell an, der Land Cruiser V8. Im kommenden Frühling soll der Koloss auch auf den deutschen Markt kommen, Ende Oktober wird die achte Generation des Allradlers auf der Motorshow im russischen St. Petersburg vorgestellt. Äußerlich wuchs der Wagen um sechs Zentimeter auf nun 4,95 Meter. Beachtlicher aber ist das Motor-Wachstum: Als Antriebe stehen ein neuer 4,5-Liter-V8-Dieselmotor mit 286 PS und 650 Nm Drehmoment sowie ein 4,7-Liter-V8-Benziner mit 288 PS und 445 Nm Drehmoment zur Wahl.

Neue elektronische Helfer fürs Offroad-Fahren

Die Verbrauchs- und Abgaswerte dürften ähnliche Dimensionen erreichen wie die des neuen VW Touareg, Details wird Toyota erst später bekannt geben. Dafür preisen die Japaner schon jetzt die elektronischen Neuheiten des Autos. So wird der Land Cruiser V8 mit der weltweit ersten aktiven Niveauregulierung ausgerüstet; außerdem mit einem neuen Hydrauliksystem, das die Wankneigung in Kurven minimiert sowie dem weltweit ersten geländeabhängigen Tempomat. Der funktioniert auch auf extremen Untergründen und sorgt dafür, dass sich der Wagen ohne durchdrehende Räder sehr langsam fortbewegt, so dass sich der Fahrer ganz auf die Lenkarbeit konzentrieren kann.

Entwicklungsingenieur Sadayoshi Koyari erklärt das prinzipiell klassische Konzept des Offroad-Sumos so: "Seit mehr als 50 Jahren stehen drei Worte für jede Generation des Land Cruiser - Kraft, Langlebigkeit, Zuverlässigkeit. Aus diesem Grund haben wir uns bei der Weiterentwicklung dazu entschlossen, auf das bewährte Grundkonzept zu vertrauen, anstatt revolutionäre Änderungen auszuprobieren." Ein paar Neuheiten aber bietet das Auto ja doch. Neben den schon genannten zum Beispiel auch Knie-Airbags für Fahrer und Beifahrer. An der Überflüssigkeit dieses Autos für Otto Normalfahrer ändert das natürlich nichts.

jüp