Mazda 3: Der zweite Schliff - DER SPIEGEL
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Mazda 3 Der zweite Schliff

Kein anderes Fahrzeugsegment ist so umkämpft wie die Kompaktklasse, in der hierzulande Modelle wie der VW Golf, der Opel Astra oder der Ford Focus den Ton angeben. Die japanische Marke Mazda hat ihr Angebot nun einer Renovierung unterzogen: Der Mazda 3 wurde aufgehübscht.
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Vor drei Jahren erst kam der Mazda 3 auf den Markt, als formschöner Kompaktwagen mit vier Türen plus Heckklappe und mit einem flotten Design. Die Japaner wollten mit dem Modell ihre Strategie, stets das "etwas andere Auto" anzubieten, auch in der Kompaktklasse fortsetzen. Und was mit dem Wankel-Sportwagen RX-8 oder dem Roadster MX-5 in anderen Klassen funktioniert, brachte auch im sogenannten C-Segment, landläufig als Golf-Klasse bekannt, zunächst Erfolg.

Der Mazda 3 avancierte zum meistverkauften Mazda-Modell in Europa. Allein in Deutschland setzte die Marke im vergangenen Jahr laut Kraftfahrtbundesamt (KBA) in Flensburg 21.592 Exemplare ab: meist Fünftürer, kaum das viertürige Stufenheck-Modell, das eher in Süd- oder Südosteuropa gefragt ist. In den ersten Monaten dieses Jahres ließ die Nachfrage jedoch deutlich nach. 8637 Neuzulassungen von Januar bis einschließlich Mai registrierte das KBA - ein Minus von zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Frisches Make-up und bessere Sitze

Als hätte Mazda diesen Negativtrend geahnt, fährt jetzt die aufgefrischte Version vor. Äußerlich allerdings wurde das Auto kaum verändert - von kleinen Retuschen an Stoßfängern und Rückleuchten einmal abgesehen, gibt es lediglich neue Leichtmetallfelgen und sechs neue Lackfarben. Innen wurde schon etwas mehr renoviert, zum Beispiel schimmert die Cockpitbeleuchtung nun in Blau, die Instrumente sind weiß hinterlegt, die Sitze verbessert, und auf Wunsch wird ein 20 Gigabyte Festplattenspeicher installiert (780 Euro Aufpreis), auf dem bis zu 3000 Musikstücke gespeichert werden können.

Damit sich auch wirklich Hörgenuss einstellt, wurde der Wagen im Innenraum im Vergleich zum bisherigen Modell um 1,5 dB(A) beruhigt. Ihren Beitrag dazu leisten eine leisere Lichtmaschine, ein verstärktes Zwischenlager für die Antriebswelle, zusätzliches Dämmmaterial unter der Motorhaube und unterm Dachhimmel sowie verstärkte Felgen und Schwingungsdämpfer an der Hinterachse. Ebenfalls modifiziert wurden das Fahrwerk und die Aerodynamik. So kamen neue Verkleidungen am Unterboden sowie Windleitbleche vor den Vorder- und Hinterrädern hinzu, die den Luftwiderstandsbeiwert von 0,31 auf 0,30 cW senkten.

Gleiche Motoren, aber ihr Durst wurde geringer

Kleinigkeiten, könnte man meinen. Und das stimmt ja auch. Allerdings Kleinigkeiten mit durchaus größerer Wirkung, wenn man zum Beispiel den Kraftstoffverbrauch in den Blick nimmt. Der reduzierte sich je nach Motorversion um bis zu sechs Prozent - obwohl die Aggregate von den Ingenieuren nicht angetastet wurden. Nach wie vor gibt es einen 1,6-Liter-Turbodiesel mit 109 PS Leistung und einem Rußpartikelfilter sowie drei Benzinmotoren. Deren Hubräume betragen 1,4, 1,6 und 2,0 Liter, und ihr Leistungsspektrum reicht von 84 bis 150 PS.

Erfreulich, dass der Mazda 3 einen Feinschliff erhielt, nicht aber die Preise. In der Liste blieb alles beim Alten, so dass der Fünftürer mit Fließheck nach wie vor ab 15.400 Euro angeboten wird. Das viertürige Stufenheckmodell kostet mindestens 19.300 Euro - wobei sich der Preisunterschied vor allem deshalb erklärt, weil es die Limousine nicht mit dem 1,4-Liter-Vierzylinder-Benziner gibt, sondern die Einstiegsmotorisierung in diesem Modell der 1,6-Liter-Benziner ist. Mal sehen, ob und wie lange diese Renovierungsmaßnahmen den Mazda 3 beflügeln.

jüp