Mazda Kazamai: Der Kuga im Kimono - DER SPIEGEL
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Mazda Kazamai Der Kuga im Kimono

Nissan, Toyota, Honda - alle haben kompakte Geländewagen im Sortiment. Mazda hingegen hat den Trend verschlafen. Doch jetzt zieht die Ford-Tochter nach: Im August auf der Motorshow in Moskau zeigen die Japaner eine Mini-Allradler-Studie.
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Eigentlich hat Mazda bei der Produktplanung ein glückliches Händchen: Der MX-5 hat die Wiedergeburt des kleinen und bezahlbaren Roadsters eingeleitet, der Mazda 6 behauptet sich in Deutschland als bestes Japan-Importmodell in der Mittelklasse, und der Mazda 2 kommt mit Leichtbau, günstigen Preisen und scharfem Design so gut an, dass er vor ein paar Wochen zum "Weltauto des Jahres" gewählt wurde. Den wichtigsten Trend der vergangenen Jahre jedoch hat Mazda verschlafen: Auf einen sportlichen Geländewagen mussten die Kunden viel zu lange warten.

Zwar gibt es mittlerweile in den USA zwei Baureihen dieser Spezies. Doch das Modell CX-9 ist für Europa viel zu groß, und auch der CX-7, der vor gut einem Jahr auch hierzulande eintrudelte, steht jetzt im Gegenwind, dem die SUV-Dickschiffe generell ausgesetzt sind. Am Auto selbst ist überhaupt nichts auszusetzen. Denn es gibt kaum einen Geländewagen, der so stramm und dynamisch ausgelegt ist wie der CX-7.

Dazu ist das Platzangebot ordentlich, der Preis ist attraktiv. Doch weil der Wagen immer noch ziemlich wuchtig und der Benzinmotor sehr durstig ist, fristet der CX-7 in der deutschen Zulassungsstatistik ein Schattendasein. Lediglich 989 Modelle wurden im ersten Halbjahr 2008 hierzulande verkauft - vom BMW X5 waren es im selben Zeitraum 8200 Autos.

Auch wenn derzeit heftig gegen aufgeplusterte Allradler gewettert wird - die Branche glaubt weiterhin an den Erfolg der sogenannten Sport Utility Vehicles (SUV). Jedenfalls dann, wenn die Modelle kompakt und wenigstens halbwegs sparsam sind, werden sie - so die Hoffnung der Hersteller - auch in Zukunft dem Van und dem Kombi davonfahren. Auch deshalb rollt mit Modellen wie Mercedes GLK, Audi Q5 und Volvo XC60 gerade die zweite SUV-Welle auf die Straße. "Ein kompakter Geländewagen steht auch auf meiner Wunschliste ganz oben", sagt Mazdas Deutschland-Chef Michael Bergmann bei jeder Gelegenheit.

Jetzt haben die Entscheider in Japan reagiert. Auf der Motorshow in Moskau Ende August wird daher eine Mazda-Studie debütieren, die zum Beispiel auf der technischen Basis des Konzernmodells Ford Kuga irgendwann zu einem Serienmodell CX-5 werden könnte - sozusagen zu einem Ford Kuga im Kimono. Auf die Schnelle wird das natürlich nicht funktionieren. Doch die Erfahrung zeigt, dass ein kompakter Geländewagen von Mazda als Folge der Moskauer Studie ab etwa 2010 Wirklichkeit werden könnte.

Und das soll ein Geländewagen sein?

Mit einem Offroader im klassischen Sinn hat das Schaustück allerdings nur wenig gemein. Auf den ersten Blick ist der Allradler mit dem poetischen Namen Kazamai - ein japanischer Begriff für "turbulente Wirbelwinde" - mehr Sport als Utility Vehicle. Die Dachlinie ist flach geschwungen wie bei einem Coupé, und das Heck würde auch einen Sportwagen zieren. Außerdem gibt es riesige 22-Zoll-Räder, weit ausgestellte Radhäuser und nur zwei Türen, die wie bei einem Cabrio ohne Fensterrahmen auskommen. Dabei folgt der Kazamai stilistisch der neuen Mazda-Designsprache "Nagare". Die Silhouette erinnert an eine Seifenblase im Sturm, und die feinen Linien auf den Türen könnten auch Wellen sein, die der Wind auf eine Wasseroberfläche malt.

Gegen Kritik an der Sinnhaftigkeit solcher Fahrzeuge hat sich Mazda bereits im Vorfeld gewappnet. Brauchbare Informationen zu Abmessungen, Technik, Antrieb, Fahrleistungen und Verbrauch des Wagens gibt es zwar noch nicht. Doch etwas haben die Japaner schon jetzt verraten. "Der Kazamai wird sehr aerodynamisch und bekommt eine Leichtbaustruktur. Würde er gebaut, böte er nicht nur aufregende Fahrleistungen, sondern auch einen mäßigen Verbrauch und einen deutlich reduzierten CO2-Ausstoß."