Mazda MX-5: Der Archäologe - DER SPIEGEL
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Mazda MX-5 Der Archäologe

Vor ziemlich genau 15 Jahren liefen im Mazda-Werk Ujina nahe der japanischen Stadt Hiroshima die ersten Exemplare des Modells MX-5 vom Band. Der Roadster legte damals die Wurzeln dieser Fahrzeugklasse wieder frei und verhalf dem Segment zu neuer Blüte.
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Als der Mazda MX-5 gegen Jahresende 1989 auf den Markt kam, war das Segment der kleinen, offenen, zweisitzigen Sportwagen quasi tot. Die Idee, ein Auto als unvernünftiges, puristisches Sportgerät zu konzipieren, war irgendwo zwischen Ölkrise, Waldsterben und Smogalarm verschütt' gegangen. Offene Zweisitzer aus den klassischen Roadsterländern Italien oder England gab es, wenn überhaupt, nur noch in kleinsten Mengen. Da kamen die Japaner und legten das Segment wieder frei.

Die Geschichte des MX-5, von dem eben das 700.000-ste Modell vom Band lief und der damit den Titel des weltweit meistverkauften Roadsters tragen darf, begann 1979 mit einer Kreideskizze an einer Wandtafel, die im Laufe eines Gesprächs zwischen Mazda-Entwicklungschef Kenichi Yamamoto und dem US-Publizisten Bob Hall entstand. So in etwa könne er sich die Zukunft Mazdas vorstellen, deutete Yamamoto mit dem Gestrichel an.

Aus der vagen Skizze wurde ein Projekt mit der Codenummer 729, später das Projekt LWS (für Light Weight Sportscar). Im März 1989 dann wurde der fertige MX-5 in Hiroshima präsentiert. Bis das Geschäft in Schwung kam, dauerte es allerdings noch ein wenig. Im ersten Jahr wurden in Deutschland lediglich vier MX-5 zugelassen, 1990 waren es jedoch schon mehr als 4700 und im Jahr darauf 7172 Exemplare. Es hätten noch mehr Modelle sein können, doch Mazda wurde von der großen Nachfrage überrascht. Viele importierten den Wagen aus den USA, zu erkennen am Schriftzug "Miata" auf der Heckklappe.

Knapp zehn Jahre lang hatte es Mazda nicht nötig, den Wagen groß zu verändern. Er verkaufte sich auch so wie geschnitten Brot. Allmählich aber begriff auch die Konkurrenz, welches Potenzial in diesem Segment steckt, das der MX-5 aus der Versenkung geholt hatte. Die Japaner reagierten: 1998 fielen die charakteristischen Klappscheinwerfer einer neuen Frontpartie zum Opfer, dazu kamen in regelmäßigen Abständen überarbeitete und leistungsstärkere Motoren. Jetzt, zum 15-jährigen Jubiläum des Modells, gibt es wieder einige Retuschen: Neue 16-Zoll-Leichtmetallfelgen, neue Sitzbezüge, eine neugestaltete Mittelkonsole und Lautsprecher, die ins Windschott integriert sind.

Das Motorenangebot des Hecktrieblers blieb unverändert, es besteht aus Vierzylinder-Benzinern mit 1,6 oder 1,8 Liter Hubraum und einer Leistung von 110 oder 146 PS (81 oder 107 kW). Die Preise für die Modelle beginnen bei 19.990 und 23.440 Euro. Das jüngste Sondermodell in der langen Reihe der Extra-Editionen dieses Fahrzeugs trägt den Beinamen "unplugged", bietet eine Sony-Musikanlage mit MP3-Spieler und beheizbare Ledersitze und kostet ab 21.750 Euro.