Mercedes B-Klasse: B wie Blau - DER SPIEGEL
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Mercedes B-Klasse B wie Blau

Bislang hatte Mercedes der umweltfreundlichen Blue-Motion-Flotte von VW und den Efficient-Dynamics-Modellen von BMW nicht mehr als Ankündigungen entgegenzusetzen. Das ist jetzt vorbei: Mit dem Facelift wird die B-Klasse nicht nur hübscher, sondern vor allem sparsamer.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Es ist noch keine zwei Wochen her, da hat Mercedes-Entwicklungschef Thomas Weber auf dem Genfer Salon angekündigt, dass es noch in diesem Jahr 20 sogenannte Blue-Efficiency-Modelle von Mercedes geben werde. In der Schweiz präsentierten die Schwaben ein sparsames C-Klasse-Modell.

Nun macht auch die B-Klasse blau: Wenn Mercedes im April auf der Automobil Messe International (AMI) in Leipzig eine aufgefrischte Version des drei Jahre alten Kompaktwagens präsentiert, rücken deshalb die üblichen Retuschen an der Karosserie, der Feinschliff im Innenraum und die neuen Infotainment-Systeme auf der Optionsliste in den Hintergrund.

Stattdessen wird man über Verbrauch, CO2-Ausstoß und Reichweiten sprechen, die Mercedes mit dem Einsatz von Erdgas und einer überfälligen Start-Stopp-Automatik verbessert hat. Noch scheint offiziell nur die B-Klasse im blauen Glanz. Doch gehört nicht viel Phantasie dazu, sich auszumalen, dass die meisten Änderungen auch für die kleinere A-Klasse übernommen werden, deren Vorstellung allerdings erst unmittelbar vor der Messe in Leipzig stattfinden soll.

Schon für die normalen Motoren der B-Klasse weisen die Entwickler Verbrauchsvorteile aus. So seien die vier Benziner und zwei Diesel mit 95 bis 193 PS mit bis zu sieben Prozent weniger Sprit zufrieden und der B 180 CDI kommt bei einem Normverbrauch von 5,2 Litern künftig mit einer Tankfüllung mehr als tausend Kilometer weit. Unter dem Label "Blue Efficiency" treibt Mercedes das Sparen noch weiter und macht so auch verlorenen Boden gegenüber BMW gut: Denn wie bei der bayerischen Efficient-Dynamics-Strategie gibt es auch bei Mercedes nach den Werksferien im Sommer zumindest als Option eine Start-Stopp-Automatik, die in den Modellen B 150 und B 170 ihren Einstand geben wird.

Diese Technik schaltet den Motor zum Beispiel an der roten Ampel sofort aus, wenn der Fahrer in den Leerlauf wechselt und die Bremse tritt. Sobald man die Bremse wieder löst oder die Kupplung tritt, wirft der an Stelle des Anlassers montierte Startergenerator den Motor über einen Riementrieb wieder an. Der automatisierte Stillstand drückt nachhaltig den Verbrauch. "Im Praxisbetrieb lässt sich durch die Start-Stopp-Funktion, vor allem im Stadtverkehr bei häufigen Ampelstopps oder im Stau, eine Kraftstoffersparnis von bis zu neun Prozent erzielen", schreiben die Schwaben im Begleittext zu den ersten Fotos.

Erstmals erhält die B-Klasse einen Erdgas-Antrieb

Parallel zu den optimierten Diesel- und Benzinmotoren bringt Mercedes in der B-Klasse als weitere Antriebsvariante noch Erdgas ins Spiel. Der B 170 NGT Blue Efficiency mit 116 PS bekommt dafür neben dem unveränderten Benzintank noch fünf Erdgasbehälter, die im Sandwichboden unter den Passagieren und im Kofferraum verborgen werden. Zwar schmilzt das Ladevolumen dadurch um 128 auf noch immer respektable 422 Liter, doch wächst dafür die Reichweite. Denn immerhin kommt die B-Klasse mit den 16 Kilogramm Gas rund 300 Kilometer weit. Rechnet man den Aktionsradius im Benzinbetrieb hinzu, schafft das Auto in beiden, auf Knopfdruck wechselbaren, Betriebsarten mehr als tausend Kilometer ohne Tankstopp. Dabei ist jeder Erdgaskilometer gut für Umwelt und Geldbeutel, rechnet Mercedes vor: So seien der CO2-Ausstoß etwa 17 Prozent und die Treibstoffkosten rund 50 Prozent günstiger als im Benzin-Betrieb.

Auf motorischen Feinschliff aber beschränkten sich die Schwaben nicht. Daher trägt - wie jedes Modell nach einem Facelift - auch die B-Klasse neue Scheinwerfer und Rückleuchten, eine neu geschminkte Kühlermaske und modifizierte Stoßfänger. Außerdem übernimmt der Wagen das neue Mercedes-Design der Außenspiegel. Und natürlich gibt es innen neue Sitzbezüge, andere Zierleisten und einige im Detail veränderte Ablagen. Zudem bringen die Schwaben die Unterhaltungselektronik auf den neuesten Stand.

Das ESP hilft ab sofort auch beim Anfahren am Berg

Das Navigationssystem bekommt eine Festplatte und kann per Sprachbefehl gesteuert werden, iPod und Co. lassen sich über einen Stecker im Handschuhfach anschließen, und auf Wunsch schallt in der B-Klasse künftig das Surround-Sound-System aus der S-Klasse. Neue Details für Sicherheitsfanatiker gibt es obendrein: Bei einer Notbremsung beginnen die Bremslichter zu blinken, nach einem Unfall geht automatisch die Innenraumbeleuchtung an, und beim Anfahren am Berg erleichtert das ESP künftig das leidige Spiel mit Kupplung und Bremse.

Die zumindest für die Designer aber wahrscheinlich wichtigste Neuerung ist der aktive Parkassistent, der im Vorbeifahren die Lücken vermisst und beim Rückwärtseinparken alle Lenkmanöver übernimmt. Warum? Weil damit der frische Glanz des Wagens nicht mehr so schnell Kratzer bekommt.

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