Mercedes B-Klasse: Wer A sagt... - DER SPIEGEL
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Mercedes B-Klasse Wer A sagt...

Beim Autosalon in Paris stand das Auto noch im Farbton "liquid metal" und wurde als Konzeptfahrzeug bezeichnet. Wenn in zwei Wochen der Genfer Autosalon beginnt, wird Mercedes das Serienmodell erstmals vorzeigen: die neue B-Klasse, ein Kompaktvan für Anspruchsvolle.
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Die Stuttgarter sehen sich "als Trendsetter unter den Pkw-Marken", und tatsächlich beweisen sie schon seit einigen Jahren den Mut zu Karosserien, auf denen über Jahrzehnte ein Mercedes-Stern undenkbar war. Das begann mit der keilförmigen A-Klasse, setzte sich fort beim kompakten Sportcoupé der C-Klasse sowie dem Geländewagen M-Klasse und erreicht seinen vorläufigen Höhepunkt mit dem viertürigen Coupé CLS. Jetzt dringen die Schwaben erneut in bislang von ihnen unbesetzte Ecken des Marktes vor: In Genf wird der erste Kompaktvan des Hauses stehen, die neue B-Klasse. Und wenig später dann dürfte die zwei Nummern größere R-Klasse debütieren, die ebenfalls schon in Paris als fast serienreife Studie gezeigt worden war.

Die B-Klasse, erläutert Mercedes in einer ersten Mitteilung, sei "Reise-, Familien- und Freizeitautomobil" in einem. Etwas schlichter gesagt: Beim neuen Modell handelt es sich im Prinzip um eine in alle Richtungen gedehnte A-Klasse. Mit ihr teilt sich der neue Wagen auch das so genannte Sandwich-Konzept. Dabei befinden sich Motor und Getriebe zum Teil vor, zum Teil aber auch unter der Fahrgastzelle. Dadurch ergeben sich reichlich Platz im Innenraum, eine höhere Sitzposition für die Passagiere sowie gewissen Vorteile im Falle einer Kollision.

Äußerlich gehört das Auto von 4,27 Meter Länge in die Kompaktklasse (zum Vergleich: der neue VW Golf misst 4,20 Meter). Der Radstand der B-Klasse beträgt 2,78 Meter, was der Bewegungsfreiheit der Insassen zugute kommt. Außerdem wird es durch das hohe Dach und die große Heckklappe möglich, den Wagen als Gütertransporter zu nutzen. Der Ladeboden ist höhenverstellbar, die Rücksitzbank kann geklappt oder komplett ausgebaut werden, ebenso gibt es einen demontierbaren Beifahrersitz. So lässt sich das Ladevolumen von 544 Liter bis auf maximal 2245 Liter erweitern. Die maximale Ladelänge beträgt dabei 2,95 Meter. Raumvariabel würde man bei BMW vermutlich dazu sagen, denn die Münchner tüfteln ja an einer ähnlichen Autospezies.

Für die B-Klasse, die im Sommer zu den deutschen Händlern kommen wird, stehen dann insgesamt sechs Vierzylinder-Motoren zur Wahl, deren Leistungsspektrum von 95 bis 193 PS reicht (70 bis 142 kW). Topmodell wird der B 200 Turbo sein, der mit einem neuen Zweiliter-Turbomotor ausgerüstet wird. Die Daten in Kürze: Die Maschine leistet 193 PS, entwickelt ein Drehmoment von bis zu 280 Newtonmeter, beschleunigt das Auto in 7,6 Sekunden von 0 auf Tempo 100 und treibt die B-Klasse auf eine Höchstgeschwindigkeit von 225 km/h. Die Dieselmotoren erfüllen sämtlich die EU-4-Abgasnorm. Einen Rußpartikelfilter bietet Mercedes auf Wunsch und gegen Aufpreis an.

Zu den Besonderheiten des Fahrwerks zählen eine elektromechanische Servolenkung, eine neue, sogenannte sphärische Parabel-Hinterachse, ein ESP inklusive dem neuen Lenk-Assistenten "Steer Control" sowie ein Dämpfungssystem, das die Stoßdämpfercharakteristik der jeweiligen Fahrsituation anpasst. Noch ein Wort zur "Steer Control": Dieses System hilft dem Fahrer, das ins Schlingern geratene Auto wieder zu stabilisieren - und zwar nicht wie das herkömmliche ESP durch Bremseingriffe an einzelnen Rädern, sondern durch "angepasste Servo-Unterstützung" der Lenkung, wie Mercedes schreibt.

Auf den ersten Bildern wirkt der Wagen flott geformt, ausgewogen proportioniert und insgesamt recht modern gezeichnet. Auch die ersten Blicke in den Innenraum zeigen ein aufgeräumtes Auto mit klar gegliederter Armaturentafel und einem klassischen Cockpit mit zwei großen Rundinstrumenten. Zur Serienausstattung aller Modelle werden Klimaanlage, Vierspeichen-Lenkrad mit Fernbedienungstasten, elektrische Fensterheber und wärmedämmendes Glas gehören. Als Extras werden unter anderem Bi-Xenon-Kurvenlicht, elektrisch verstellbare Vordersitze, Lederausstattung, ein Lamellen-Schiebedach oder ein Panoramadach aus grau getöntem Glas angeboten. Zu den Preisen sagt Mercedes derzeit noch nichts, aber wer B-Klasse sagt, wird irgendwann auch etwas zum Euro sagen.