Mercedes GST Noch ein Jahr warten
Vision Grand Sports Tourer heißt das Auto offiziell, oder kurz Mercedes GST. Das mächtige Gefährt ist 5,12 Meter lang und damit noch einmal eine Handbreit wuchtiger als die S-Klasse. Die Stuttgarter glauben, mit dem Wagen das "Konzept einer zukünftigen Reiselimousine in neuer Variation" entdeckt zu haben. Mercedes-Chef Jürgen Hubbert: "Auf Basis dieses Konzepts sehen wir durchaus das Potenzial für eine neue Mercedes-Modellfamilie."
Zunächst aber steht erst einmal der Modellfamilienbegründer im Mittelpunkt. Der Mercedes GST hat sechs Einzelsitze in drei Reihen, was ihn als Langstrecken-Reisewagen qualifizieren soll. Nur: Legt noch jemand wirklich lange Strecken im Auto zurück? Vielmehr scheint es so zu sein, dass auch in der Oberklasse das Konzept der klassischen Limousine ausgereizt ist. Und weil ein Oberklasse-Kombi dem vermögende Publikum vermutlich nicht reibungsfrei vermittelt werden kann, muss ein neues Marktsegment her.
Voilà, der Grand Sports Tourer also. Die vier Einzelsitze im Fond können flachgelegt werden, was aus dem Auto einen riesigen Kombi macht, der über ein Ladevolumen von 2030 Liter verfügt (zum Vergleich: E-Klasse T-Modell 1950 Liter).
Optisch versucht der GST, seine Kombi-Identität durch eine bogenförmige Fensterlinie und ansteigende Seitenkonturen zu verbergen. Das Auto steht vergleichsweise schnittig auf den mächtigen 21-Zoll-Rädern. Um den Innenraum hell und geräumig erscheinen zu lassen, bekam das Auto ein großes Glasdach. Für außergewöhnlichen Komfort sorgen separate DVD- und CD-Spieler für die Passagiere in Reihe zwei und drei.
Aufhorchen lässt der Antrieb des in Detroit stehenden Prototypen. Mercedes hat den GST mit einem V8-Dieselmotor (250 PS / 184 kW) sowie einem 50-kW-Elektromotor bestückt. Das Hybridmodell, so teilt Mercedes mit, "garantiert dynamischen Fahrspaß". Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h gelingt dem Auto in 6,6 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit ist auf 250 km/h begrenzt. Das Hybridsystem funktioniert ähnlich wie beispielsweise beim Toyota Prius. Beim Anfahren, Einparken oder langsamem Stadtverkehr treibt der Elektromotor den Wagen an. Erst wenn es flotter wird, tritt das Dieselaggregat in Aktion. Beim Bremsen arbeitet der Elektromotor als Generator und gewinnt Strom, der in einer Batterie gespeichert wird. Neu beim Mercedes GST ist, dass erstmals die Hybrid-Technik mit einem permanentem Allradantrieb gekoppelt ist.