Mercedes SL von Brabus: Bottrops Protz-Blitz - DER SPIEGEL
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Mercedes SL von Brabus Bottrops Protz-Blitz

"Ja, geht's denn noch?", möchte man angesichts des neuen Brabus-Modells sagen. Der Mercedes-Tuner aus Bottrop hat sich den neuen Mercedes SL vorgenommen. Heraus gekommen ist ein Auto, für das der Käufer eigentlich einen Waffenschein mitbringen sollte.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Denn bereits Mercedes hauseigene Tuningabteilung AMG hatte mit dem SL 55 aus dem neuen Roadster einen Hochleistungssportwagen mit 476 PS gezüchtet. Das konnte der Mercedes-Veredler offenbar nicht auf sich sitzen lassen und setzte jetzt noch eins drauf.

Das Datenblatt liest sich furchteinflößend: Der V8-Kompressor-Motor leistet jetzt 530 PS, entwickelt bereits bei 3000 Touren ein maximales Drehmoment von 775 Newtonmetern, beschleunigt den Wagen in 4,5 Sekunden auf Tempo 100 und passiert nach genau 13,6 die 200er-Marke. Die Höchstgeschwindigkeit wurde elektronisch auf 300 km/h begrenzt.

Um nicht im Temporausch abzuheben, musste der Tuner zahlreiche Veränderungen an Aerodynamik und Technik des Fahrzeugs vornehmen - die selbstverständlich bezahlt werden wollen. Rund 220.000 Euro müssen für den Brabus-getunten SL hingeblättert werden.

So wurde eine neue Frontschürze mit integriertem Frontspoiler so konzipiert, dass sie an den Originalbefestigungspunkten montiert und gegen die Serienstoßfänger von SL 500 oder SL 55 ausgetauscht werden kann. Sie soll für mehr Fahrstabilität sorgen, indem sie den bei hohen Geschwindigkeiten entstehenden Auftrieb an der Vorderachse weiter reduziert.

Einen windschlüpfrigen Übergang zwischen den Radhäusern sollen die Seitenschweller formen. An deren Unterseite sind außerdem drei LED-Leuchten integriert, die bei Betätigung der Fernbedienung oder Ziehen des Türgriffs den Boden seitlich des Fahrzeugs ausleuchten, um nach dem Höhenflug nicht ins Loch zu fallen.

Eine neue Heckschürze mit integriertem Diffusor soll dafür sorgen, dass sich auch die 20 Zoll großen Antriebsräder mit den 285er-Walzen nicht selbstständig machen. Und eine Hochleistungsbremsanlage mit 400 mal 36 Millimeter großen Bremsscheiben vorne sowie 360 mal 28 Millimeter-Scheiben an der Hinterachse soll verhindern, dass der Rausch im Horror-Trip endet.

Um die hohe Fahrdynamik des SL 55 AMG noch weiter steigern zu können, entwickelte Brabus außerdem ein Elektronik-Modul für das ABC-Fahrwerk, das die Karosserie um rund 15 Millimeter tieferlegt.

Abgerundet wird das Ganze noch durch etwas Schminke für's Interieur Das Accessoires-Angebot reicht dabei von Edelstahl-Einstiegsleisten mit beleuchtetem Logo über Lenkräder mit beheizbarem Kranz bis zum Tacho mit einer 360 km/h-Anzeige - ja, offenbar geht immer noch was.