MG Rover: Neustart geglückt? - DER SPIEGEL
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MG Rover Neustart geglückt?

Das Trennungstheater ist vorüber, seit gut einem Jahr liegen die Geschicke von MG Rover nicht mehr in Händen von BMW, sondern des Phoenix Konsortiums, einer Gruppe britischer Investoren. Es scheint, als gehe es mit der Marke wieder aufwärts.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

"Seit Januar schreiben wir in Deutschland schwarze Zahlen", sagt Jürgen Herrmann, Geschäftsführer von MG Rover Deutschland mit Sitz im rheinischen Neuss. Der Jahreswagen-Überschuss, der nach der Trennung von BMW plötzlich vorhanden war, weil mehrere tausend geleaste Rover-Autos von BMW-Mitarbeitern zurückgegeben wurden, ist weitgehend abgebaut. Herrmann kann wieder nach vorne blicken.

"Es wurden umgerechnet rund 320 Millionen Mark in die Entwicklung neuer Modelle investiert." Die Autos sollen demnächst auf den Markt rollen, angefangen mit dem Rover 75 Tourer, gefolgt von vier sportlichen MG-Z-Fahrzeugen. Darüber hinaus wird Rover auf der IAA zwei Sportlimousinen auf Basis des Rover 75 präsentieren: die Modelle "Ultimate" und "Extreme". Sie sollen nicht nur den gewünschten Imagewandel hin zu mehr Dynamik und Sportlichkeit unterstützen, sondern sie markieren auch eine mögliche Abkehr von BMW als Motorenlieferant. Bislang liefern die Bayern die vier verschiedenen Triebwerke für die 75er-Baureihe. Doch die künftigen Topmodelle werden von V8-Motoren aus dem Hause Ford angetrieben und entsprechend ihrer Leistung von Front- auf Heckantrieb umgestellt. Auch bei den Dieselmotoren deutet sich ein Wechsel des Lieferanten an - good bye, BMW.

Bis die neuen Autos vorfahren, will MG Rover Deutschland auch sein Händlernetz neu organisiert haben. "Derzeit haben wir noch 245 Händler hierzulande, bis Anfang des kommenden Jahres soll es nur noch 200 Händler und einige Servicestellen geben", kündigt Herrmann an.

"Verschlankung" lautet eines der Schlagwörter, mit denen MG Rover die Wende schaffen möchte. Früher arbeiteten 180 Menschen in der Deutschland-Zentrale (damals noch inklusive der nun zu Ford gehörenden Marke Land Rover), heute sind es nur noch 28. Und weil bei Gesprächen über die Zukunft von MG Rover ohnehin stets auch von BMW die Rede ist, gibt Herrmann folgende Relation zum Besten: "BMW baut pro Jahr rund 800.000 Autos mit 70.000 Mitarbeitern, MG Rover baut rund 200.000 Autos mit 6500 Mitarbeitern." An der Produktivität, so der Deutschland-Chef, hapere es also nicht. Was fehlt, sind ein solides Image - und frische Modelle.

Die MG-Z-Baureihe kann dieses Manko nur überschminken. Deshalb soll auf der IAA auch eine Sportwagenstudie zu sehen sein, die Hinweise auf den Nachfolger des Roadsters MGF geben soll. Nicht zuletzt deshalb haben die Briten vor wenigen Monaten die italienische Sportwagenschmiede von Qvale aufgekauft. Weitere Neuheiten werden nach Auskunft von Herrmann folgen: "Ein neues Mittelklasse-Modell kommt voraussichtlich 2004. Außerdem werden wir wieder einen Kleinwagen bauen, ins Allradsegment zurückkehren und auch in den Markt der Großraumlimousinen einsteigen." Als Plan klingt das schon mal ganz gut.