MG ZT-T Der Kanonen-Kombi
Einen solchen Gewaltakt hatte MG Rover im Sinn, als vor gut einem Jahr beschlossen wurde, einen mindestens 200 Meilen pro Stunde schnellen Kombi auf die Räder zu stellen. Basisfahrzeug sollte der kommende MG ZT-T mit V8-Motor sein. Den Auftrag, den rasenden Kombi zu bauen, erhielt das kalifornische Tuningunternehmen So-Cal Speed Shop. Der Antriebsstrang wiederum wurde von der Firma Roush Performance entwickelt. Die Ingenieure dort konstruierten einen V8-Motor mit sechs Liter Hubraum, der ohne Turbo- oder Kompressorunterstützung eine Leistung von 765 PS (566 kW) mobilisiert.
"Es ging nicht allein darum, Weltrekorde aufzustellen", sagt MG Design-Direktor Peter Stevens über die Aktion. "Bei so etwas haben wir die Chance, unsere Automobile unter den extremsten Bedingungen der Welt bis an ihre Grenzen zu testen." MG beteuert, dass die Erfahrungen aus der Entwicklungsarbeit des Rekordautos auch in die Konstruktion des geplanten Sportwagens MG XPower SV einfließen werden.
Doch so weit ist es noch längst nicht. Jetzt kostet MG erst einmal den Triumph bei der "Bonneville Speed Week" aus. Dort, auf dem Salzsee im US-Staat Utah, fuhr der erfahrene Hochgeschwindigkeits-Pilot Pat Kinne im knallrot lackierten Kombi MG ZT-T bereits beim ersten Test schneller als geplant. Er erreichte 207 mph, also rund 333 km/h. Auf der längeren Hauptstrecke dann gelang dem rasenden Kombifahrer nach einigen Detailverbesserungen an der Aerodynamik des Autos dann die schnellste Fahrt mit 225,6 mph, was 360,9 km/h entspricht. So schnell war noch kein Kombi zuvor.
Und es wäre vielleicht noch ein wenig hurtiger gegangen, wenn da nicht die Bestimmungen der "Southern California Timing Association" wären. Diese Organisation schreibt nämlich für Rekordfahrten auf dem Salzsee Sicherheitseinrichtungen wie einen Überrollkäfig, ein Feuerlöschsystem, einen speziellen Benzintank und einen Bremsfallschirm vor. Solche Bauteile aber bedeuten zusätzliches Gewicht - und damit eine geringere Endgeschwindigkeit.
So bravourös die Leistung der Techniker und des Rekordfahrers - immerhin wurde die neue Bestmarke bei 38 Grad Celsius und extrem hoher Luftfeuchtigkeit aufgestellt -, macht eine Bemerkung des Vize-Präsidenten der MG-Mutterfirma Phoenix Venture Holdings, Nick Stephenson, stutzig. Stephenson sagte: "Diese 225 Meilen pro Stunde weisen die Richtung für weitere Hochleistungsmodelle." Zuvor wären ein paar moderne Niederleistungsautos allerdings sinnvoller.