Mille Miglia Der Duft der Oldies
Rund 1600 Kilometer - eben jene "mille miglia" - legt das rollende Automobilmuseum auf der klassischen Strecke von Brescia nach Rom und wieder retour zurück. Teilnehmen dürfen bei der Oldie-Veranstaltung ausschließlich Fahrzeugmodelle, die bereits in den Jahren zwischen 1927 und 1957 am Start des Rennens waren.
Damals war die "Mille" noch ein echtes Straßenrennen. Auf zum Teil unbefestigten Strecken, mitten durch Ortschaften, mit Gegenverkehr und allen anderen Unfassbarkeiten des frühen Motorsports. Das Premierenrennen gewann das Team Minoja/Morandi auf einem OM 665 Sport in der Zeit von 21 Stunden und 4 Minuten. Danach dominierten vor allem Rennautos von Alfa Romeo, die insgesamt elf Gesamtsiege einfuhren. Unterbrochen wurde die Siegesserie der Alfisti lediglich in den Jahren 1931 vom Team Carraciola/Sebastian in einem Mercedes-Benz SSKL (16 Stunden, 10 Minuten) und 1940 vom Team von Hanstein/Bäumer in einem BMW 328 (8 Stunden, 54 Minuten).
Nach dem Krieg, als das Rennen ab 1947 wieder aufgenommen wurde, dominierte vor allem Ferrari das Feld. Insgesamt achtmal gewann die Scuderia Ferrari, die Firma des ehemaligen Alfa-Romeo-Rennleiters Enzo Ferrari. Ein schwerer Unfall des Ferrari-Fahrers Alfonso de Portago im Jahr 1957 beendete die Milli Miglia in der althergebrachten Form. 20 Jahre später allerdings erlebte der Rennklassiker seine Renaissance - und heute gehört er als Gleichmäßigkeitsfahrt ohne Tempodruck, dafür mit einem Millionenpublikum am Rande der Strecke, fest in den Kalender der Klassikszene. Giulio Canè, der die Mille Miglia storico bereits sechsmal gewann, sagt: "Es ist das Rennen in Italien schlechthin."