Mini Challenge: In der Lifestyle-Schikane - DER SPIEGEL
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Mini Challenge In der Lifestyle-Schikane

Mit dem neuen Mini von BMW begann das Zeitalter der Kleinwagen, die auf große Welt machen. Inzwischen setzen auch andere Hersteller auf diese Erfolg versprechende Kombination. Nun prescht Mini wieder vor: mit einer Rennserie, die Sport, Schickimicki und Szene verbinden soll.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Mini und Motorsport, das gilt seit 40 Jahren als heiße Paarung. Denn bei der Rallye Monte Carlo des Jahres 1964 zeigte der britische Autozwerg den PS-starken Konkurrenten zum ersten Mal die Rücklichter. Und zwar ziemlich souverän. Damals gewann Paddy Hopkirk zum ersten Mal auf einem Mini die "Monte". Das rote Auto mit weißem Dach, ein Cooper-S, hatte einen 1,1 Liter-Motor mit 70 PS und war bis zu 160 km/h schnell.

Die Mini-Racer, mit denen die Rennserie des Jahres 2004 gestartet wird, sind da von anderem Kaliber. Es handelt sich ebenfalls um Cooper-S-Versionen, die durch ein Tuningkit von John Cooper Works flott gemacht sind. Die Motorleistung beträgt 200 PS, alle Autos werden von Dunlop mit Rennreifen ausgestattet. Das Reglement ist so ausgelegt, dass alle Fahrzeuge über die gleiche Technik verfügen. Um auch den letzten Rest von Argwohn zu beseitigen, werden die Autos den jeweiligen Teams dann auch noch zugelost.

Noch besteht die Chance, sich zu beteiligen, denn bis zu 30 Teams sollen bei den insgesamt sieben Rennen der Mini Challenge an den Start gehen. Das Komplettpaket mit Auto, Fahreroverall, technischer Unterstützung, Teamzelt, Zugang zur Lounge und anderen Serviceleistungen an den Rennwochenenden kostet 68.000 Euro. Eine weitere Bedingung: Wer mitfahren möchte, muss im Besitz einer C-Lizenz sein, einer Art Führerschein für Rundstreckenrennen.

Gefahren wird zum Beispiel auf dem Eurospeedway Lausitz, auf der Nürburgring-Nordschleife, in Spa-Francorchamps, im Motopark Oschersleben und auf dem Salzburgring. Und zwar zum Teil im Rahmenprogramm der DTM, der Tourenwagen-EM oder sogar, in Belgien, während eines Formel-1-Wochenendes. Damit die Sache mit dem Lifestyle auch hinkommt, gibt es keine normales Zelt im Fahrerlager, sondern eine "Lifestyle-Lounge". Und es wird prominente Teilnehmer geben, Cora Schumacher zum Beispiel wird ein Rennen bestreiten. Und ein Team wird ausschließlich mit Piloten des Privatfernsehsenders Pro Sieben besetzt.

Einerseits betonen die Verantwortlichen bei Mini, es handle sich um ein "Lifestyle-Event", es gehe um "Begeisterung und das gemeinsame Erlebnis" und man dürfe bei all dem ein "Augenzwinkern" nicht vergessen. Andererseits wird Wert darauf gelegt, dass "die Rennen selbst keine Spaßveranstaltungen, sondern ernsthafter Motorsport sein sollen", wie Sven Kaatz von der Mini-Challenge-Organisation sagt. "Schließlich geht es auch um anständige Preisgelder, insgesamt immerhin 400.000 Euro."