Mini-Sondermodelle: Leder, Handschellen, Alkohol - DER SPIEGEL
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Mini-Sondermodelle Leder, Handschellen, Alkohol

Der Erfolg der Marke Mini beruht maßgeblich auf dem Kult, den BMW um seine britische Kleinwagen-Dependance aufbaut. Um den neu zu befeuern, haben die Bayern jetzt das Unterwäsche-Label Agent Provocateur engagiert.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Der Life Ball in Wien ist die größte Aids-Hilfe-Gala Europas. Seit Jahren schon wirkt daran auch die Automarke Mini mit, und zwar in Form schriller Auto-Unikate, die von Designern entworfen und dann zugunsten des Balls versteigert werden. So kamen zuletzt durch Fahrzeuge, die von den Designhäusern Missoni, Ferré oder Versace gestaltet wurden, insgesamt rund 260.000 Euro zusammen.

In diesem Jahr nun durfte das Lingerie-Label Agent Provocateur ran. Die Unterwäsche-Experten aus London - die Firma wurde gegründet von Serena Rees und Joseph Corré, dem Sohn der Modemacherin Vivienne Westwood - tobten sich an einem Mini Clubman aus. Der Wagen wurde schwarz und pink lackiert - den Erkennungsfarben von Agent Provocateur. Das Dach erhielt ein Netzstrumpfmuster sowie ein Rotlicht, die Heckscheiben sind verspiegelt und vergittert. Im Innenraum gibt es eine schwarz belederte Spielwiese. Außerdem finden sich im Fond eine Eisenstange, Hand- und Fußschellen sowie pinkfarbenes Blitzlicht - ein Auto also, dessen Stil irgendwo zwischen Erotik, Kitsch, Domina- und Polizeigehabe angesiedelt ist.

Ab 5. Juni wird der schrille Rotlicht-Mini versteigert

Joseph Corré wird das Auto am Abend des Life Ball über den roten Teppich vor dem Wiener Rathaus steuern. Danach soll der Wagen ein wenig Werbung machen, und zwischen dem 5. und 15. Juni wird er beim Internet-Auktionshaus Ebay versteigert. Der Erlös kommt - wie schon bei den vorangegangenen Designmodellen aus diesem Anlass - dem Life Ball zugute.

Auch die italienische Designfirma Aznom hat sich über das Kombimodell Mini Clubman hergemacht. Vorgestellt wurde das Auto namens Mini Chateau kürzlich auf der Luxusgütermesse Top Marques Monaco in Monte Carlo. Es handelt sich um ein dunkelbraun lackiertes Modell mit Zier- und Anbauteilen in Metallic-Gold. Drinnen gibt es poliertes Holz am Armaturenbrett und an den Türverkleidungen, und auch die Karosserie trägt Holz - in diesen Fall allerdings mit matter Oberfläche und wetterbeständig imprägniert - an der Einfassung der Frontscheinwerfer, am hinteren Stoßfänger und an den Hecktüren.

Ein kleiner Weinkeller im Kofferraum

Das Auto sieht rundum auffällig aus. Kein Wunder bei den eben beschriebenen Holzteilen, bei großspurigen 18-Zoll-Felgen und bei Lederoberflächen im Innenraum, die Aznom mit dem Trendbegriff "Vintage-Look" charakterisiert - die also aussehen, als seien sie schon jahrelang in Gebrauch. Das finale Gimmick des Mini Chateau aber steckt im Kofferraum. Dort befindet sich eine spezielle Kassette, die Platz bietet für sechs Weinflaschen sowie sechs Weingläser. Die hölzerne und mit Leder ausgeschlagene Box ist stoßabsorbierend gelagert und kann wasserdicht verschlossen werden. Es wird also keine Rotweinflecken im Heck geben - außer es geht bei einer Verkostung direkt auf dem Parkplatz hoch her.

Zwölf Exemplare des Mini Chateau will die Firma Aznom aus Monza produzieren. Die Autos erhalten eine Plakette, auf der die laufende Nummer und der Name des Besitzers eingraviert werden. Über den Preis gibt es keine nähere Auskunft - genießen und schweigen ist das Motto.

jüp