Mitsubishi-Messeneuheiten Öko in Fernost
Das offizielle Motto der 40. Tokio Motor Show klingt nach aussagearmer Marketingsprache: "Catch the News. Touch the Future". Das ist dermaßen banal, dass es zu jedweder Ausstellung passt. Trotzt des allgemein gehaltenen Labels könnte Tokio jedoch nach der Internationalen Automobilausstellung schon die zweite Messe werden, auf der sich alles um sparsame und schadstoffarme Fahrzeuge dreht. Mitsubishi etwa zeigt gleich drei Konzeptautos, die allesamt nachweisen sollen, dass die Marke die Kernziele "Fahrvergnügen, Sicherheit und Umweltverantwortung" verfolgt, wie es in einer Mitteilung des Unternehmens heißt.
Die interessanteste Neuheit ist das Elektrofahrzeug i-MiEV Sport, wobei die verwirrende Kombination von Buchstaben für Mitsubishi innovative Electric Vehicle steht. Das Auto soll beweisen, dass sich Sportlichkeit, flottes Design und effektiver Umweltschutz verbinden lassen. Angetrieben wird das Konzeptauto durch zwei radintegrierten Elektromotoren (je 27 PS) an der Vorderachse und einen im Heck (63 PS); der Allradantrieb wird elektronisch gesteuert, so dass die Drehmomentverteilung jederzeit an die Fahr- und Fahrbahnbedingungen angepasst wird. Auch die Bremskraft wird so ganz nach Bedarf an jedem Rad einzeln reguliert. "Damit wird maximale Manövrierfähigkeit und ein Maximum an Fahrstabilität garantiert", verspricht Mitsubishi.
Ein Autodach, das Strom erzeugen kann
Um die Batterie zu schonen und so umweltfreundlich wie möglich voranzukommen, erhielt das Konzeptauto auf dem Dach ein Photovoltaik-System zur Stromerzeugung sowie eine Bremsenergie-Rückgewinnung, wie sie bereits in vielen Serienfahrzeugen zum Einsatz kommt. Dabei wird beim Drosseln der Geschwindigkeit die frei werdende Bewegungsenergie einem Generator zugeführt, der wiederum die Batterie lädt. Die Reichweite des 3,45 Meter langen Fahrzeugs beträgt rund 200 Kilometer, die Höchstgeschwindigkeit des sportlichen Stromers liegt bei 180 km/h.
In Japan ist das Auto - allerdings mit Benzinmotor - bereits auf der Straße, es heißt dort schlicht und einfach i. Und Mitsubishi hat angekündigt, den flotten kleinen Viersitzer mit Mittelmotorkonzept auch in Europa anzubieten. Ende nächsten Jahres soll also der i, wie in Japan mit Ottomotor, hierzulande auf die Straßen rollen. Vor Jahren noch verhinderte die Kooperation von Mitsubishi mit DaimlerChrysler den Import, denn die deutschen Manager fürchteten den i als Konkurrenten zum Smart.
Saubere Dieselmotoren plus Doppelkupplungsgetriebe
Die Studie Concept-ZT wiederum besteht aus einem praktisch fertig entwickelten Fahrzeug, in dem besonders sparsame Antriebstechnik installiert wurde. Die Limousine ist mit einem Doppelkupplungsgetriebe und einem 2,2-Liter-Clean-Diesel-Motor mit einer Leistung von 190 PS ausgestattet. Das Commonrail-Turbo-Triebwerk erfüllt bereits die Abgasnorm Euro-5. Im Innenraum kommen so genannte Green-Plastics-Werkstoffe zum Einsatz. Rund ums Auto sorgen Kameraugen für Sicherheit beim Fahren und Rangieren - ihre Daten versorgen sowohl den Spurhalteassistenten wie auch die Einparkhilfe.
Die dritte Tokio-Studie von Mitsubishi, der leichte Kompakt-SUV Concept-cX ist mit einem Clean-Diesel-Aggregat bestückt, das 1,8 Liter Hubraum aufweist. Dieses Auto, das bereits beschlossene Sache ist, wird in Serie gebaut. Voraussichtlich in gut zwei Jahren könnten die ersten Modelle aus den Produktionshallen rollen. Passen würde das prima, denn die Clean-Diesel-Motorenfertigung soll nach bisheriger Planung im Frühjahr 2009 anlaufen.
jüp