Modell-Offensive Audi hofft auf den Slowaken-SUV
Ingolstadt - "Wir sind zuversichtlich, dass das Absatzplus über dem Niveau des vergangenen Jahres von plus 1,2 Prozent liegen wird", sagte Martin Winterkorn am Dienstag in Ingolstadt. Konkretere Ziele nannte er nicht.
Mit der im vergangenen Jahr deutlich verjüngten Modellpalette und der langfristig angelegten Produktstrategie sei Audi bestens aufgestellt, sagte Winterkorn. Erstmals sind in diesem Jahr Produkte wie der neue A4 oder die A6 Limousine voll verfügbar.
Das neue Jahr habe gut begonnen, sagte Winterkorn weiter. So liege die Zahl der Kundenaufträge aktuell gut ein Drittel über Vorjahr. Beim Absatz sei im Januar das Vorjahresniveau erreicht worden, ergänzte Vertriebsvorstand Ralph Weyler.
Rekorde, Rekorde
2004 hatte Audi trotz schwieriger Marktbedingungen und Währungsbelastungen den Gewinn leicht über das Vorjahresniveau gesteigert und dank eines Absatzrekords den höchsten Umsatz seiner Geschichte erwirtschaftet. Die Zahlen im Einzelnen: Nach Steuern blieben dem Konzern, zu dem auch die Lamborghini-Gruppe gehört, 871 Millionen Euro. Der Konzernumsatz kletterte von 23,406 Milliarden auf 24,506 Milliarden Euro.
Die Belastungen aus Wechselkursschwankungen hätten mit rund 200 Millionen Euro zu Buche geschlagen, seien aber durch "Währungssicherungsgeschäfte und Maßnahmen auf der Kostenseite" zum Teil kompensiert worden", sagte Finanzvorstand Rupert Stadler.
Währungsrisiken werde es auch in diesem Jahr geben. Dabei sei Audi zu über 70 Prozent und aktuell zu einem Kurs von 1,30 Dollar abgesichert. Wegen des hohen Euro-Kurses seien die Maßnahmen vor allem kurzfristig. "Für 2006 haben wir für den ersten Teil einen Sockel eingezogen, aber zu höheren Kursen."
Modell-Erneuerung das Investitionsziel Nummer eins
An seiner Produkt- und Kostenstrategie will Audi festhalten. So sollen allein 70 Prozent der geplanten konzernweiten Investitionssumme von 12,6 Milliarden Euro für den Zeitraum zwischen 2005 und 2009 in die Entwicklung neuer Produkte fließen. Gleichzeitig laufen derzeit die Verhandlungen mit den Gewerkschaften über Kosteneinsparungen und Arbeitsplatzsicherung in den deutschen Werken.
Audi hatte 2004 den Absatz der Kernmarke schon das elfte Mal in Folge gesteigert. Er lag bei 779.441 Fahrzeugen. In den USA brach der Absatz jedoch um 9,8 Prozent auf knapp 78.000 Fahrzeuge ein. Unzufrieden zeigte sich Winterkorn auch mit dem Absatzrückgang in Deutschland auf 235.000 Fahrzeuge. Dank der neuen Modelle wolle Audi in diesem Jahr in Deutschland aber "überproportional wachsen". Gleichzeitig dürften aber die Steigerungsraten nicht mehr so hoch ausfallen wie in der Vergangenheit.
China lockt auch Audi
Audi will sich verstärkt auf den wichtigen strategischen Markt USA und Wachstumsmärkte wie den Mittleren Osten, Asien und vor allem China konzentrieren. In den USA habe der Konzern im Vergleich zu Wettbewerbern noch Nachholbedarf, räumen die Vorstände ein. Hier sei das vorrangige Ziel jedoch nicht die Absatzsteigerung, sondern das profitable Wachstum, sagte Weyler.
Im laufenden Jahr kommen unter anderem der Audi A6 und der RS 4 aus der Quattro-Reihe auf den Markt. Ende des Jahres soll zudem mit dem Q7 der erste sportliche Geländewagen (SUV) aus dem Hause Audi vorgestellt werden. Der Wagen wird künftig im slowakischen Bratislava gebaut. Audi will vom Q7 in einem "durchschnittlichen Jahr" 70.000 bis 100.000 Fahrzeuge absetzen, wovon etwa 55 Prozent in den USA verkauft werden sollen.