Mondial de l'Automobile: Bonjour PS - DER SPIEGEL
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Mondial de l'Automobile Bonjour PS

Am Samstag öffnet die wichtigste Herbstmesse der Pkw-Industrie, der Autosalon in Paris, die Pforten. Bis 15. Oktober werden 374 Unternehmen aus 26 Ländern ihre Novitäten präsentieren - allen voran die Marken mit Heimvorteil: Citroën, Peugeot und Renault.
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Branchenbeobachter blicken skeptisch auf das Autojahr 2007, vom dem etliche Neuheiten bereits jetzt vorgestellt werden: auf dem Autosalon in Paris vom 30. September bis 15. Oktober. In Deutschland wird im kommenden Jahr aller Voraussicht nach die Mehrwertsteuererhöhung den Autoabsatz leicht schrumpfen lassen. Und in zahlreichen anderen europäischen Märkten sorgen hohe Benzinpreise und die stetige Diskussion um den Schadstoffausstoß sowie neue Strategien, um die Emissionen einzudämmen, für Kaufzurückhaltung.

Umso mehr versuchen die Autohersteller, auf Messen wie jener in Frankreichs Hauptstadt durch neue Modelle Aufmerksamkeit zu erregen und die Kauflust anzustacheln. Rund 60 Weltpremieren sind angekündigt, um das Interesse zu wecken. Drei große Trends lassen sich bereits jetzt ausmachen. Erstens: Die Kompaktklasse wird variantenreicher. Volvo zum Beispiel tritt mit dem C30 nach jahrelanger Pause erstmals wieder in diesem Segment an und versucht, durch ein betont sportliches Auto, die Kunden zu ködern. Der koreanische Hersteller Kia stellt in Paris seinen VW-Golf-Konkurrenten C'eed vor, von dem es eine fünftürige Version geben wird, einen Kombi und einen rasanter gestylten Dreitürer. Von allen drei Varianten gemeinsam sollen pro Jahr insgesamt 150.000 Exemplare im neuen Kia-Werk im slowakischen Zilina von den Bändern laufen.

Die Kompaktklasse wächst und gedeiht

Ebenfalls in der Kompaktklasse will Daihatsu künftig mit dem C-Over punkten, der in Paris als Studie mit einem Design von Giorgetto Giugiaro vorgestellt wird. Und auch die angeschlagene italienische Marke Lancia meldet sich an der Seine mit der Studie Concept Delta HPE in der Kompaktklasse zurück. Das Auto setzt auf eine feine Ausstattung und eine anmutige Ausstrahlung - allein das Image fehlt Lancia derzeit, zumal in dieser Klasse.

Der große zweite Trend des Pariser Autosalons heißt "Kompakt-Geländewagen". Es sieht so aus, als dankten die dicken SUV-Flaggschiffe allmählich ab. Nicht nur wegen ihrer exorbitanten Benzinverbräuche, sondern vor allem, weil sie fast überall in Europa zu unpraktisch und unhandlich sind. Es geht nämlich auch ein, zwei Nummern kleiner, und dann muss es auch nicht immer der Brutalo-Geländelook sein. Beispiele für die neuen Allradler im Mittelklasse-Segment sind etwa der Opel Antara, der SsangYong Actyon, der Mazda CX-7, der neue Honda CR-V sowie der neue Mitsubishi Outlander. Auch BMW hat den X3 renoviert, und vermutlich werden Ford und Renault ebenfalls Prototypen zeigen, die mit Allradantrieb und SUV-Optik demnächst in der kompakten Geländeklasse punkten sollen.

Vollgas zieht immer - auch diesmal in Paris

Trend Nummer drei ist eigentlich gar kein echter Trend, sondern eher eine Konstante, die sich scheinbar unabhängig von ökonomischen und politischen Diskussionen durch alle Automessen zieht: Es ist das Dauerhoch von Leistung und noch mehr Leistung. Besonders Audi tut sich in diesem Jahr in Paris hervor. Die Ingolstädter zeigen ihren Riesen-SUV mit V12-Dieselmotor, und vor allem enthüllen sie erstmals den Sportwagen R8. Mit diesem Mittelmotor-Zweisitzer, der von einem 4,2-Liter-V8-Aggregat angetrieben wird, will Audi sein Image als sportliche Marke zementieren und erstmals Porsche frontal attackieren. Der 420 PS starke Flitzer, der ab April 2007 auf die Straßen kommt, soll vor allem den All-time-Klassiker 911 Carrera Kunden abspenstig machen.

Die französischen Marken dagegen nutzen das traditionsreiche Heimspiel - der erste Autosalon in Paris wurde bereits 1898 veranstaltet -, um sich als avantgardistische und etwas anders tickende Unternehmen zu profilieren. Am besten könnte das Citroën gelingen, die mit der Studie C-Métisse eines der interessantesten Ausstellungsstücke ins Rampenlicht stellen. Das Auto verfügt über einen Hybridantrieb aus einem V6-Dieselmotor und vier in den Radnaben platzierten Elektromotoren. Dazu kommt ein hinreißend rasantes Design und eine überraschende Öffnungsmechanik der vier Türen, wobei die vorderen aufklappen wie Schmetterlingsflügel und die Fondportale sich in einer Art Pirouette nach hinten aufdrehen.

Ein Rennmotor und der Traum vom Luxus-Durchbruch

Peugeot weckt Aufmerksamkeit durch eine wild gestaltete Limousinen-Studie, in der ein Diesel-Rennmotor steckt, mit dem die Franzosen im kommenden Jahr beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans antreten möchten. Zudem zeigt die Marke die Studie 207 cc mit Brennstoffzellenantrieb.

Renault wiederum träumt von Luxus und Prestige und zum wiederholten Male vom Eintritt in die Nobelklasse. Zu diesem Zweck ließ das Management die Studie Nepta fertigen, ein Riesen-Cabrio in Bentley-Ausmaßen und mit einem V6-Benzindirekteinspritzer-Bi-Turbo-Antrieb. Von deutlich größerem ökonomischen Interesse für den Konzern dürfte aber jene bereits erwähnte Studie sein, die ebenfalls in Paris ihre Weltpremiere feiern soll: ein SUV im Kompaktformat. Womit bewiesen wäre, dass sich auch die extrovertierten französischen Marken bei ihrem Heimspiel nicht ganz den Trends verschließen können.

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