Moto Guzzi Griso Der V2-Poet
Auf der Suche nach einem passenden Namen wurden die Moto-Guzzi-Leute quasi in der Nachbarschaft fündig. Das Werk des Motorradherstellers steht in Mandello del Lario am Comer See, und ebendort spielt eines der berühmtesten Werke der italienischen Literatur, "I Promessi Sposi" (deutsch: Die Verlobten) von Alessandro Mazoni. Eine Figur des Romans, der Leibwächter des schurkischen Adeligen Don Rodrigo, trägt den Namen Griso. Und nach diesem Griso benannten die Motorradbauer jetzt ihr jüngstes Modell: ein Bike, das durchaus ein bisschen böse daherkommen soll, denn vom rustikal-braven Image hat Moto Guzzi genug.
Für das Designteam war das nur gut. "Das Motorrad zeigt, dass man die Moto-Guzzi-Linie auch sehr modern und auf eigene Art interpretieren kann", sagt der deutsche Firmensprecher Thomas Beyer. Die völlig unverkleidete Griso gibt sich grimmig, wuchtig und muskulös. Dass die Traditionslinie trotz der frischen Optik fortgesetzt wird, dafür sorgt der Guzzi-typische 90-Grad-V2-Motor, der auch das neue Motorrad befeuert. Die Maschine mit 1064 Kubikzentimetern wurde generalüberholt, dabei verpflanzten die Ingenieure die Lichtmaschine vom Ende der Kurbelwelle nun zwischen die Zylinder - daraus ergibt sich ein um vier Zentimeter kürzeres Triebwerk, was gut zum kompakten, gedrungenen Gesamteindruck der Griso passt.
Die Leistungsdaten des Motorrads sind im Vergleich zum manch anderen Neuerscheinungen keine Offenbarung, versprechen dennoch sehr sportliches Fahrerlebnis. Das Aggregat leistet 88 PS bei 7600 Umdrehungen pro Minute und stellt bei 6400 Touren das maximale Drehmoment von 89 Newtonmeter bereit. Damit erreicht die fahrfertig etwa 240 Kilogramm schwere Maschine eine Höchstgeschwindigkeit von rund 200 km/h, was auf zwei Rädern allemal ausreicht.
Auffallen wird die Griso also vor allem im Stand. Dann bleibt Zeit, um den zwischen die auffälligen Rahmenrohre geduckten Tank zu betrachten, den großen, verchromten Frontscheinwerfer, die mächtige Endschalldämpfertüte, die schwarzen Dreispeichen-Aluräder oder die dicke Einarmschwinge mit dem integrierten Kardanantrieb. Noch im November, so hofft der deutsche Importeur, werden die ersten Maschinen bei den Händlern hierzulande stehen. Der Preis für die Guzzi Griso liegt bei 11.990 Euro.