Motorradmesse Intermot 2008 Dunkle Wolken über Köln
Es scheint, als habe sich nichts geändert auf der Nabelschau der Bikes und Biker-Branche. Die Veranstalter der Intermot 2008 prophezeien Rekorde und "Business as usual": Über 200.000 Besucher sollen zwischen dem 8. und 12. Oktober ins Kölner Messezentrum kommen, über 1100 Aussteller aus 40 Ländern sind angetreten. Es wird Häppchen, Hostessen und Highlights geben. Und volle Papptaschen.
Doch wer genau hinschaut und hinhört, spürt, dass die Gemütslage bei den traditionell optimistischen Herstellern dieses Jahr eine andere ist. Der raue Alltag hat Einzug in die Veranstaltung gehalten, die von den Zweiradträumen lebt: "Auch wir können nicht verkennen, dass die aktuelle Finanz- und Bankenkrise spürbare Auswirkungen auf unseren Markt haben wird," sagt Hendrik von Kuenheim, Motorrad-Chef von BMW. Kollegen von anderen Herstellern werden im Gespräch noch deutlicher: Die fetten Jahre sind vorbei, die Krise schlägt voll durch. Harley-Davidson hat Mitarbeiter im Stammwerk entlassen müssen und Kawasaki den Rennsport-Support in Deutschland quasi dichtgemacht, weil die Umsätze im ersten Halbjahr 2008 gefallen sind.
Hinzu kommt, dass die Platzhirsche aus München, Japan und Italien die Weichenstellung für die Zukunft verschlafen haben. Technische Schmankerl hier eine neue Baureihe, dort ein ABS, coole Designs aller Orten. Doch alternative Antriebe zum Verbrennungsmotor, die bei wachsendem Kosten- und Umweltbewusstsein der Kunden das Gebot der Stunde wären, sind nicht in Sicht. Die Biker werden kommen zur Schau, aber ob sie auch weiter den Geldbeutel öffnen? Angst macht die Runde in Köln man munkelt, dass mancher Bike-Bauer und großer Japaner die nächsten Jahre nicht überstehen wird.