Neue Modelle: Der Drang zum SUV - DER SPIEGEL
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Neue Modelle Der Drang zum SUV

Weil das Segment der komfortbetonten Geländewagen stattliches Wachstum verspricht, wird es jetzt konsequent ausgedehnt. Auf große und luxuriöse Allradler folgen nun SUV-Modelle im Kompakt- oder Kleinformat. Selbst Smart plant ein solches Auto.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Um endlich auch in den USA Fuß zu fassen, wird Smart den Viersitzer Forfour, der ab April nächsten Jahres in Deutschland auf den Markt kommen wird, zum Sport Utility Vehicle (SUV) aufmöbeln. Mit der Geländeversion des Forfour, die im brasilianischen Mercedes-Werk Juiz de Fora gebaut werden soll - derzeit laufen dort A- und C-Klasse vom Band - glaubt Smart das richtige Rezept für die Eroberung des US-Markts gefunden zu haben.

Für technische Angaben über das Auto, das ab 2006 in den USA ausgeliefert werden soll, sei es "noch zu früh", sagt Smart-Sprecher Markus Mainka. Derzeit konzentriere man sich auf die Vorbereitung eines Vertriebsnetzes für Smart in den Vereinigten Staaten. Es wird wohl ähnlich wie in Mexiko aussehen, wo Smart seit September an sieben Standorten präsent ist - und zwar angekoppelt an bereits bestehende Betriebe von Mercedes-Benz. Auch in den USA sei geplant, die Smart-Center an ausgewählte Mercedes-Händlern (derzeit 312) anzudocken.

Während für Smart das SUV-Konzept den Start in den US-Markt ermöglichen soll, adaptieren zahlreiche Hersteller die ursprünglich aus den USA stammende SUV-Idee für den europäischen Markt. Das bedeutet zunächst, dass die Größe der Fahrzeuge drastisch schrumpfen muss. Toyota mit dem Modell RAV4, Nissan mit dem X-Trail oder Landrover mit dem Freelander sind drei Beispiele die zeigen, dass sich kompakte SUVs auf dem alten Kontinent hervorragend verkaufen.

Weil die Prognosen mittelfristig einen weiter wachsenden Markt für Autos mit Geländewagenoptik vorhersagen, drängen immer mehr Hersteller auf dieses Terrain. Ab Januar fährt BMW den X3 vor und Volvo dementiert längst nicht mehr, dass an einem Kompakt-SUV namens XC 50 gearbeitet wird. VW, so ist zu hören, entwickelt eine robuste, für leichtes Gelände taugliche Variante des neuen Golf und auch bei Mercedes wird angeblich an einer SUV-Version der A-Klasse getüftelt. Suzuki zeigte auf der Tokio Motor Show die Mini-SUV-Studie Landbreeze, ein 3,50 Meter langes Auto mit Aluminiumkarosserie und Allradantrieb. Möglicherweise wird aus diesem Prototypen dank GM-Synergien auch ein kleiner, knuffiger Gelände-Opel.

Die französischen Hersteller haben das Stadium der Geheimniskrämerei bereits hinter sich gelassen. Dass Renault einen leichten Geländewagen auf Basis des Mégane entwickelt, wird vom Unternehmen bestätigt. Und der PSA-Konzern hat unlängst bekannt gegeben, dass in zwei Jahren die kompakte, geländegängige Variante eines Citroën und wenig später die eines Peugeot auf den Markt kommen werde; beide Autos, so die Ankündigung, würden auf der Basis des aktuellen Modells Peugeot 307 entwickelt.

Noch eine Nummer kleiner fallen die SUV-Versionen von VW Polo und Fiat Panda aus. Die kurzen Kerlchen sind zwar nur bedingt geländetauglich, doch die Fahrt über eine nasse Wiese, einen holprigen Feldweg oder durch 15 Zentimeter Neuschnee schaffen auch sie allemal. Zumindest der Panda 4x4, denn der bekommt Allradantrieb, wird aber erst Ende nächsten Jahres verfügbar sein. Viel früher, nämlich schon in den kommenden Wochen, beginnt die Auslieferung des VW Polo Fun. Dieses Auto trägt lediglich SUV-Schminke - etwa eine Dachreling, klobigere Stoßfänger sowie eine um zwei Zentimeter höhere Bodenfreiheit. In gleich sieben Motorversionen ist das Auto sind lieferbar, das Einstiegsmodell mit 1,2-Liter-Dreizylinder (55 PS/40 kW) kostet 15.225 Euro