Neues Opel-Werk Fabrik aus dem Computer
Die Gesamtfläche der neuen Produktionsanlagen beträgt mehr als 100.000 Quadratmeter. Die eine Hälfte davon entfällt auf den Karosseriebau. In diesem Bereich kommen 600 Roboter zum Einsatz, vor allem beim Zusammenschweißen der einzelnen Karosserieteile. Die Fertig- und Endmontage, die in etwa die andere Hälfte der Neubaufläche umfasst, hat den Grundriss in der Form eines halben Sterns. Die Bestückung dieser Anlage mit Bauteilen ist so organisiert, dass die Elemente über 70 Andockstationen in die Halle geliefert werden. Innerhalb der Arbeitsbereiche wird es damit keinen Gabelstaplerverkehr mehr geben. Ebenso wenig wird es Materiallager im Montagebereich geben. Die Teile werden stattdessen aus einer so genannten Business Mall "just in time" angeliefert. In der neuen Fabrik werden gut 7000 Mitarbeiter im Drei-Schicht-Betrieb pro Jahr rund 270.000 Autos bauen.
Geplant wurde die Anlage mit Hilfe von dreidimensional Computer-animierten Werks- und Konstruktionsplänen sowie Simulationswerkzeugen. Auch die einzelnen Arbeitsstationen wurden am Computer entworfen - unter anderem, um möglichst günstige ergonomische Bedingungen zu erreichen. So wurde zum Beispiel die Montage des Cockpits am Computer in ihre insgesamt 39 Einzelarbeitsschritte zerlegt, um jede Bewegung im Hinblick auf den nötigen Kraftaufwand, die Dauer und die Körperhaltung zu untersuchen.
Parallel zu den Baumaßnahmen werden die Mitarbeiter in den kommenden Monaten durch das bislang größte Opel-interne Trainingsprogramm auf das neue Werk vorbereitet. Der frisch gekürte Vorstandschef Carl-Peter Forster erklärte jetzt: "Mit dem neuen hochproduktiven und flexiblen Werk schaffen wir hier in Rüsselsheim die besten Voraussetzungen, eine international führende Marktposition einnehmen zu können." Es wird aber vor allem, das weiß auch Forster, auf die Produkte ankommen, die dort zusammengebaut werden.