Neuwagen Es geht auch billiger
Hamburg - Gegenüber einem Gebrauchten weisen diese sogar einige Vorteile auf: Bis zu drei Jahren Neuwagengarantie geben die Hersteller und Importeure auf ihre Fahrzeuge, verschwiegene Unfallschäden und andere versteckte Mängel können bei den Neuen keinen Ärger bereiten.
Außerdem wird die erste Hauptuntersuchung erst nach drei Jahren fällig, die Versicherungen verlangen für Neue oft günstigere Prämien - und wegen der in der Regel besseren Abgaswerte fällt auch der Steuersatz günstiger aus als bei älteren Modellen. Wer sein Auto geschäftlich nutzt, kann Neuwagen zudem mit höheren Beträgen steuerlich geltend machen.
Für kleines Geld sind keineswegs nur winzige Autos erhältlich. Ausschließlich über das Internet erhältlich ist der wohl günstigste Neuwagen auf dem deutschen Markt: Hier bietet der Importeur der Marke Lada in Buxtehude den Samara für 10.999 Mark an.
Bei diesem Preis sollten an die Ausstattung keine großen Ansprüche gestellt werden. Dafür geht es im Samara mit 1,5 Litern Hubraum und 71 PS zügig voran - bei nur 7,5 Litern Verbrauch. Für 14.990 Mark bietet die Marke seit einem Jahr den Lada 110 auf dem deutschen Markt an.
Die fünftürige Stufenhecklimousine bietet bei 4,30 Meter Länge ausreichend Platz im Fahrgastraum und ein 450 Liter großes Kofferabteil. Als Antrieb dient ein 1,5-Liter-Motor mit 78 PS, der den 110 auf 167 Stundenkilometer beschleunigt. Der Verbrauch liegt bei 7,6 Litern Normalbenzin. Serienmäßig ist der Lada 110 mit Zentralverriegelung und elektrischen Fensterhebern ausgestattet, ABS und Airbag sind hingegen nicht für Geld und gute Worte erhältlich.
Wer auf Platz verzichten kann, auf moderne Sicherheitsausstattung hingegen Wert legt, findet im Daihatsu Cuore ein preisgünstiges Angebot. 14.790 Mark kostet der Kleinwagen mit serienmäßigem Fahrer- und Beifahrerairbag. ABS ist für 690 Mark Aufpreis erhältlich. Als weitere Komfort-Extras gibt es Automatik, Klimaanlage oder zwei zusätzliche Türen. Die teurere GLX-Version bietet elektrische Fensterheber und Zentralverriegelung. Der Preis des 3,40 Meter kurzen Cuore lässt sich mit Sonderausstattungen weit über 20.000 Mark bringen.
Ohne Aufpreis bietet Daihatsu laut dem Importeur in Tönisvorst bei Krefeld drei Jahre Garantie für den Kleinen. Angetrieben wird der japanische Stadtflitzer von einem Dreizylinder-Motor mit einem Liter Hubraum und 55 PS. Er erfüllt die steuergünstige D4-Abgasnorm und begnügt sich mit 5,3 Litern Normalbenzin auf 100 Kilometern.
Der 1,1-Liter-Motor des Fiat Seicento leistet ebenfalls 55 PS, verbraucht durchschnittlich 6,0 Liter Super bleifrei und erfüllt nur die Kriterien der Abgasnorm Euro 3. Eine Verlängerung der einjährigen Garantie auf bis zu drei Jahre kostet bei Fiat einige hundert Mark extra, serienmäßig wird dagegen ABS geliefert - neben den im Preis von 14.900 Mark enthaltenen Fahrer- und Beifahrerairbags. Auch der Seicento lässt sich zur Schrumpf-Luxuslimousine aufrüsten, sogar eine Ledergarnitur ist lieferbar, Fondtüren hingegen nicht.
Freunde des Van-Konzeptes werden bei Daewoo für wenig Geld fündig: Der koreanische Hersteller bietet für 14.900 Mark den Matiz an. Der Kleinwagen mit kurzer Front und fünf Türen bietet einen großzügigen Innenraum. Möglich wird dies durch knapp 1,50 Meter Höhe bei 3,50 Meter Länge. Der Kofferraum fasst mit 155 Litern ähnlich wenig wie Cuore und Seicento.
Der Motor des Matiz ist mit 0,8 Litern Hubraum und 51 PS der kleinste, verbraucht aber im Schnitt 6,4 Liter Normalbenzin. Zwei Airbag sind im Matiz Serienstandard, ABS oder Klimaanlage gibt es als Extra.
Beeilen muss sich, wer noch einen der letzten Kia Pride erstehen möchte. Seit Ende 2000 ist der koreanische Kleinwagen offiziell nicht mehr erhältlich, doch bei Händlern warten noch einzelne Exemplare auf Käufer. Die könnten mit dem Auslaufmodell ein Schnäppchen machen: Mit 12.990 Mark stand der mit 1,3-Litern und 64 PS motorisierte Pride in den Preislisten - ohne ABS oder den auf Wunsch erhältlichen Airbag.
Für 2000 Mark mehr wurde eine Kombivariante des Pride angeboten. Als Nachteil des Kia Pride, der einen Lizenzbau des Mazda 121 der achtziger Jahre darstellt, gilt sein hoher Verbrauch von 7,8 Litern.
Johannes Kottje, gms