Nissan-Designstudio: Ideen zwischen alten Pullovern - DER SPIEGEL
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Nissan-Designstudio Ideen zwischen alten Pullovern

Design ist eine entscheidende Variable in der Automobilindustrie. Entsprechend anregend sind die Orte, die die Hersteller ihren Kreativabteilungen bereitstellen. Jüngstes Beispiel ist das neue Nissan-Designstudio in Farmington Hills im US-Staat Michigan.
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Die Aluminiumleisten in der Loggia stammen von Altautos, das Gummi in den Tür- und Fensterdichtungen von recycelten Reifen und der Filz, mit dem Wände und Decken der Räume verkleidet sind, wurde aus der Wolle von abgelegten Pullovern hergestellt. "Neue Materialien und ihre kreative Anwendung stehen hier im Mittelpunkt", sagt Jenifer Luce, die Chefin von Luce et Studio aus dem kalifornischen San Diego, die das neue Designstudio von Nissan in Farmington Hills in der US-Autometropole Detroit entworfen hat. Auf 4700 Quadratmetern arbeiten hier 30 Designer unter der Leitung von Keisuke Otsuki an dem künftigen Erscheinungsbild von Nissan-Modellen.

Bereits von 25 Jahren gründete Nissan eine erste kreative Dependance in den USA, um die Ästhetik des wichtigsten Automarktes der Welt vor Ort kennen und begreifen zu lernen. Nahezu alle Automobilhersteller haben inzwischen ihre Kreativ-Abteilungen über die ganze Welt verteilt, um möglichst viele Anregungen und formale Trends aufzusaugen. In den USA gilt der Großraum um die kalifornische Metropole Los Angeles als Designer-Country. In Europa konzentrieren sich zahlreiche Designstudios in oder um Barcelona (Volkswagen, Volvo), in Südfrankreich (Toyota) und natürlich in Norditalien nahe der Autostadt Turin (Pininfarina, Bertone, Ghia), etwa am Comer See (DaimlerChrysler). Audi und BMW dagegen haben ihre kreativen Vordenker in München stationiert. Audi in einer Ex-Autowerkstatt in Schwabing, BMW die eigene Firma Designworks USA in einem luftigen Loft westlich der Innenstadt.

Nicht nur die Lage in einer möglichst urbanen, angenehmen und anregenden Umgebung wird angestrebt, sondern auch das Studio selbst soll schon ein Design-Statement sein - das Spektrum reicht von einer alten Villa bis hin zum supermodernen Neubau. Der neue Nissan-Bau in Michigan kostete 14 Millionen Dollar und zeichnet sich durch einen großen Freiluft-Innenhof mit Namen "The Egg" aus sowie durch den nach Angaben der Japaner größten Lehm-Modellierplatz der Autoindustrie. Hier entstehen die dreidimensionalen Modelle von neuen Fahrzeugen, erhellt von 585 farbkorrigierten Leuchtröhren, damit nur ja kein falscher Lichtreflex das Formenspiel stört.

Ob das neue Gebäude und die neue Umgebung sich im Nissan-Design widerspiegeln werden, ist noch nicht ganz klar. Der Prototyp Azeal jedenfalls, der kürzlich vorgestellt wurde und der in Farmington Hills - allerdings noch nicht in den nagelneuen Räumlichkeiten - entstand, hätte ruhig noch etwas mehr optischen Pep vertragen können.