Hitliste: Die beliebtesten Oldtimer 2017
Oldtimer-Image Alte Liebe rostet doch
Oldtimer-Fahrer stoßen mit ihren Fahrzeugen auf weniger Begeisterung als früher. Das zeigt eine Studie im Auftrag des Verbands der Automobilindustrie (VDA). Danach hat die Beliebtheit von alten Autos und Motorrädern in der deutschen Bevölkerung deutlich abgenommen.
So glaubt inzwischen mehr als jede Fünfte, dass Oldtimer die Umwelt verschmutzen. Auch die Überzeugung, dass automobile Klassiker viel Krach machen und das Oldtimer-Hobby vor allem ein Freizeitvertreib für Reiche sei, hat sich verfestigt.
Für die Untersuchung befragte das Institut für Demoskopie Allensbach rund 1400 Bürger, darunter gut 1000 Autofahrer. 42 Prozent gaben an, sich zu freuen, wenn sie einen Oldtimer auf der Straße sehen. 41 Prozent würden gerne einmal in einem Klassiker fahren. "Eigentlich ein tolles Ergebnis - wenn die Werte von 2015 nicht deutlich besser wären", resümieren die Forscher. Damals hatten sich noch über die Hälfte der Bürger (53 Prozent) gefreut, wenn sie im Straßenverkehr einem automobilen Veteranen begegneten.
Vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte um Fahrverbote für besonders umweltschädliche Pkw sind die Studienergebnisse heikel. Denn Oldtimer-Fahrer genießen mit ihren oft katalysatorfreien Autos ein besonderes Privileg: Dank des H-Kennzeichens für historische Fahrzeuge dürfen sie auch mit Uralt-Verbrennern in die Umweltzonen der Städte einfahren und freuen sich überdies über einen gedeckelten, relativ niedrigen Kfz-Steuersatz von 191 Euro. Ob VW Käfer, Opel Kadett oder US-Straßenkreuzer: Seit Jahren schnellt die Zahl der Fahrzeuge mit H-Kennzeichen in die Höhe. Anfang 2018 gab es mit 422.213 Pkw einen neuen Höchststand, wie das Kraftfahrt-Bundesamt mitteilte. Dazu kamen über 2,3 Millionen Fahrzeuge mit Saisonkennzeichen, darunter viele Klassiker.
Die Branche rund um die Klassiker wächst
Wie der Imageverlust der Oldtimer zu erklären ist, darüber rätseln die Allensbach-Forscher. Schon seit vielen Jahren sei in der Bevölkerung ein leicht zurückgehendes allgemeines Interesse an Autos und Motorrädern zu beobachten - und das, obwohl die Fahrzeugbestände laut Kraftfahrt-Bundesamt gleichzeitig stetig steigen. "Ein Grund für diesen schleichenden Interessenwandel ist die Selbstverständlichkeit, mit der Menschen Fahrzeuge heute als Verkehrsmittel nutzen", heißt es. Menschen, für die Autos und Motorräder keine besondere Bedeutung mehr hätten, ließen sich auch schwerer für Oldtimer begeistern.
Dabei wächst die Branche rund um die Klassiker ständig. Seit Jahren boomt das Geschäft mit Old- und Youngtimern. Ob Messen, Auktionen oder Restaurationsaufträge für Fachwerkstätten: Es handelt sich um einen Milliardenmarkt mit weiterem Wachstumspotenzial, so das Allensbach-Institut. Obwohl der durchschnittliche Klassiker nach Angaben der Versicherungswirtschaft mit rund 20.000 Euro versichert sei und damit nicht höher zu Buche schlage als ein neuer Kompaktwagen, halte die Mehrheit der Deutschen Oldtimer für ein sehr teures Hobby, das sich nur gut Betuchte leisten könnten.
Diese Auffassung ist laut der Studie vor allem darauf zurückzuführen, dass sich die Berichterstattung in den Medien meist um besonders exotische und extrem teure Fahrzeuge drehe. "Auktionsergebnisse und Spekulationsgewinne mit 'Garagengold' spielen hier eine große Rolle." Diese einseitige Sichtweise verzerre das Bild und könne langfristig die Einstellung der Gesellschaft zu Oldtimern und ihren Besitzern "negativ beeinflussen".