Opel: Vectra-Hoffnungen zerplatzen - DER SPIEGEL
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Opel Vectra-Hoffnungen zerplatzen

Bis zu 150.000 neue Vectra-Modelle wollte Opel im Jahr 2002 verkaufen. Ein absurd ehrgeiziges Ziel, wie sich jetzt zeigt. Dabei haben die Probleme nicht einmal mit mangelnder Nachfrage zu tun.
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Rüsselsheim - Produktionsengpässe beim neuen Modell setzen den Rüsselsheimer Autohersteller nach einem Bericht der "Automobilwoche" zunehmend unter Druck. Wegen der Verzögerungen rechne die General-Motors-Tochter 2002 nur mit dem Verkauf von 35.000 Einheiten in Deutschland und 100.000 bis 120.000 Vectra in Europa, schreibt das Blatt unter Berufung auf Opel-Vertriebsvorstand Uhland Burkart.

"Wir sind im Moment nicht in der Lage, den Auftragsbestand abzuarbeiten", wird Burkart zitiert. Derzeit würden aus Qualitätsgründen nur 650 Vectras statt maximal 870 täglich gefertigt. Ursprünglich war für den neuen Hoffnungsträger ein Absatz 2002 von 150.000 Einheiten geplant. "Damit dürften sich Spekulationen bestätigen, die für 2002 von einem operativen Minus von 500 Millionen Euro ausgehen", berichtet das Fachblatt.

Opel-Vorstanschef Carl-Peter Forster richtet sich derweil darauf ein, dass die Imageprobleme bei Opel andauern. "Fünf bis sechs Jahre wird es noch dauern, bis uns die Kunden wieder richtig vertrauen", sagte Forster der "Welt am Sonntag" ("WamS"). "Unsere Weste hat noch ein paar dunkle Stellen. Die müssen erst weg." Gleichwohl bekräftigte Forster die Prognose, dass Opel nach einem neuerlichen Verlustjahr 2002 im kommenden Jahr in die Gewinnzone zurückkehre. "Ende 2003 erwarte ich eine schwarze Null." Forster hatte im April 2001 den Chefsessel übernommen.

Opel hatte 2001 einen Rekordbetriebsverlust von 674 Millionen Euro eingefahren. Für 2002 wird eine Größenordnung 500 Millionen Euro angepeilt. In den ersten fünf Monaten war der Marktanteil von Opel/General Motors (inklusive Saab) in Deutschland mit rund 141 000 (Vorjahr: knapp 181 000) Autos um 2,2 Prozentpunkte auf 10,2 Prozent eingebrochen.

Sorgen bereitet den Rüsselsheimern zudem ein mögliches stärkeres GM-Engagement bei Fiat. "Dabei haben wir in Rüsselsheim schon mehr als genug zu tun", zitiert die "WamS" einen "ranghohen" Opel-Techniker. "Wenn wir uns auch noch um die Sorgen in Italien kümmern müssen, bekommen wir ein echtes Problem."