Peking Motor Show Dabei sein ist alles
Dabei hoffen die Hersteller, im Reich der Mitte vor allem mit Autos weit jenseits der Mittelklasse die Kunden zu locken und so die Marke insgesamt begehrenswert erscheinen zu lassen. Die italienische Audi-Tochter Lamborghini zum Beispiel verkündete zum Beginn der Autoausstellung im China International Exhibition Center (11. bis 16. Juni), die Eröffnung des ersten offiziellen Händlerbetriebs in Peking. Noch in diesem Jahr sollen Händler in Shanghai und Guangzhou folgen - insgesamt erwartet Lamborghini einen Absatz von 20 Fahrzeugen bis Ende 2004.
Das Geschäft mit den Luxuskarossen kommt in China allmählich in Schwung. Der US-Konzern General Motors kündigte beispielsweise an, demnächst die Produktion von Limousinen der Edelmarke Cadillac vor Ort zu starten. Auf der Peking Motor Show, mit rund 1700 Ausstellern die größte Pkw-Messe in China, zeigen die Amerikaner schon einmal die Cadillac-Palette. Auch die Mercedes-Luxusmarke Maybach ist erstmals vertreten, der Ford-Konzern rückt seine Marken Jaguar und Aston Martin ins Rampenlicht, und bei BMW wird das dickste Gedränge wohl um den 7er sein, bei Audi um den A8 und bei VW um den Phaeton.
Die holländische Marke Spyker, Hersteller von exklusiven Sportwagen im Retrolook, ist ebenfalls auf der Messe in Peking vertreten. Die Niederländer feiern ihren Auftritt in Halle 8 als "Rückkehr nach 97 Jahren". Denn unter den fünf Autos, die die französische Zeitung "Le Matin" im Mai 1907 nach China verschiffen ließ, um sie auf die spektakuläre Fernfahrt Peking-Paris zu schicken, war auch ein Spyker. Gesteuert vom Franzosen Charles Godard, erreichte er das Ziel an der Seine als Zweiter - die Marke allerdings ist die einzige der damals angetretenen, die auch heute noch existiert. Übrigens ist eines der Exponate, ein Spyker C8 in violetter Lackierung, bereits an einen chinesischen Interessenten verkauft - für umgerechnet 688.000 Euro.