Perspektiven: VW setzt auf Asien - DER SPIEGEL
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Perspektiven VW setzt auf Asien

Der Volkswagen-Konzern steuert trotz abgekühlter Weltkonjunktur 2001 einen neuen Absatzrekord an. Nicht zuletzt wegen der starken Zuwächse in Asien soll das Spitzenergebnis von 2000 nochmals übertroffen werden.
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Tokio - Im Zeitraum Januar bis September steigerte der VW-Konzern den weltweiten Absatz um 2,1 Prozent auf 3,9 Millionen Fahrzeuge. "Wir sind zuversichtlich, 2001 trotz der schwierigen wirtschaftlichen und politischen Lage einen neuen Verkaufsrekord zu erzielen", sagte VW-Vertriebsvorstand Robert Büchelhofer der dpa in Tokio. Im vergangenen Jahr verkaufte das Unternehmen erstmals mehr als fünf Millionen Einheiten.

Dies ist nicht zuletzt dem blühenden Asiengeschäft zu verdanken. In der Region Asien-Pazifik sei der Absatz um zwölf Prozent auf 350.000 Einheiten in die Höhe geschossen, sagte Büchelhofer in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Im weitaus bedeutendsten Markt Europa steigerte Volkswagen seine Verkäufe aber immerhin um 1,5 Prozent auf mehr als 2,5 Millionen Autos. Die Region Südamerika/Südafrika trug mit einem Plus von 8,4 Prozent auf 425.000 ausgelieferte Modelle ebenfalls überdurchschnittlich zum Wachstum bei. Selbst im rückläufigen US-Markt konnte VW zusammen mit Audi entgegen den Erwartungen mit rund 500.000 Autos das Vorjahresergebnis übertreffen.

In Japan ist der VW-Konzern unangefochten größter Importeur. "Japan ist für uns ein strategischer Schlüsselmarkt", betonte der VW-Vertriebschef. Jedes vierte eingeführte Modell in die automobile Supermacht stammt aus dem Wolfsburger Konzern. Für das Gesamtjahr rechnet Büchelhofer mit rund 70.000 Einheiten, nach 65.000 in vergangenen Jahr. "Das wären so viele Fahrzeugimporte nach Japan wie niemals zuvor."

Zu den großen Wachstumsmärkten der Zukunft rechnet VW vor allem China. Dort ist der Konzern mit einem Anteil von 52 Prozent bereits deutlicher Marktführer. Dieser Anteil wird nach Einschätzung Büchelhofers nicht ganz zu halten sein. Der Konzern rechnet trotz des stärker werdenden Konkurrenzdrucks aber immer noch mit einem Marktanteil von 45 Prozent in fünf bis sechs Jahren.

In die beiden Fertigungsstätten Schanghai und Tchangchun sollen in den kommenden fünf Jahren 1,7 Milliarden Euro für neue Produkte investiert werden. 2003 werde dort mit dem Polo erstmals ein Modell zeitgleich mit Europa an den Start gehen. Derzeit liegt der Pkw-Gesamtmarkt im Reich der Mitte bei 700.000 Einheiten. In einigen Jahren aber dürfte die Millionen-Grenze überschritten werden, so Büchelhofer.