Peugeot-Studie Namenloser Salonlöwe
Es dauert zwar noch sechs Wochen, bis der Autosalon in Paris seine Pforten öffnet. Doch wie nervöse Rennpferde vor dem Start scharren die Hersteller bereits mit den Hufen und ringen um die beste Ausgangsposition für eine möglichst hohe Aufmerksamkeit. Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht neue Ankündigungen über Novitäten eintrudeln und Messeneuheiten schon einmal mediale Vorpremiere feiern.
Jetzt hat Peugeot den Schleier gelüftet und einen frühen Blick auf einen der möglichen Stars des Salons gewährt. Nachdem die Franzosen bereits vor ein paar Wochen das Cabrio-Coupé des 308 angekündigt hatten, zeigen sie jetzt die ersten Fotos eines extravaganten Gran Tourismo, den man von der zuletzt eher biederen Löwenmarke kaum erwartet hätte.
Der Viertürer mit der langen Haube und dem schön geschwungenen Heck ist knapp fünf Meter lang, bietet Platz für vier Personen und hätte mit einem anderen Markenzeichen allemal das Zeug zu einer Oberklasse-Baureihe im Stil von Mercedes CLS oder Porsche Panamera. Doch eine Serienfertigung des Peugeot sei nicht geplant, wiegelt man in der Deutschlandzentrale schon im Voraus ab. Allenfalls einige Designelemente hätten bei künftigen Modellen eine Chance, heißt es. So könnte sich das ein oder andere Detail an den für die kommenden Jahre avisierten Nachfolgemodellen der Typen 407 und 607 wiederfinden.
Auch wenn noch nicht klar ist, welche Form man wo wieder sehen wird, macht die Studie zumindest deutlich, dass auch bei Peugeot die Zeit der aufgerissenen Kühlermäuler zu Ende geht. Nachdem VW beim neuen Golf Abschied vom Wappengrill genommen hat, beißt jetzt offenbar auch Peugeot die Zähne zusammen. Dazu gibt es eine stark konturierte Motorhaube, ein flaches Dach mit angedeuteten Höckern über den Passagierköpfen und einen Lichtband dazwischen sowie beinahe wollüstig ausgeformte Kotflügel über den Hinterrädern, aus denen die Rückleuchten hervor wachsen.
Hybridantrieb mit übertriebenen 313 PS
Mindestens so attraktiv wie das Design ist der Motor, mit dem die schwarze Flunder ein grünes Herz bekommt. Unter der Haube steckt nämlich ein Hybridantrieb. Weil die Kombination aus Stromer und Verbrenner auf 313 PS kommt, sollten die Fahrleistungen ansprechend sein. Messwerte gibt es natürlich noch nicht. Doch 250 Sachen dürften für den Gran Tourismo ebenso wenig ein Problem sein wie ein Sprintwert von sieben Sekunden oder weniger. Welcher Motor als Basis genutzt wird, wurde noch nicht verraten. Aber der Verbrauch lässt sich bereits berechnen, denn der soll Wagen 109 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen. Bei einem Benziner wären das rund 4,7 und bei einem Diesel etwa 4,2 Liter auf 100 Kilometer.
Nicht nur der Name und der Motor für die Studie mit dem dunklen Auftritt und der weißen Weste sind noch ein Geheimnis. Auch das restliche Ausstellungsprogramm macht Peugeot spannend: Ein paar Überraschungen sollen erst in Paris gezeigt werden. Wäre doch schade, wenn das komplette Feuerwerk schon verraucht ist, bevor der Salon überhaupt begonnen hat.
tg